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Gestaltungssatzung

Klare Regeln für Innenstadt angestrebt

Von Dieter Brockschnieder, 08.02.10, 07:18h, aktualisiert 08.02.10, 12:27h

Vor drei Jahren forderte der damalige Bonner Bezirksverordnete mit seiner Fraktion eine Gestaltungssatzung für die gesamte Bonner City. Nun macht die Koalition von CDU und Grünen einen neuen Anlauf. Bereits im März soll der Planungsausschuss darüber beraten

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Neuer Anlauf: Eine Gestaltungssatzung für die gesamte Bonner City soll her. (Bild: Magunia)
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Neuer Anlauf: Eine Gestaltungssatzung für die gesamte Bonner City soll her. (Bild: Magunia)
Bonn - Vor drei Jahren hat der damalige Bonner Bezirksverordnete Karl-Wilhelm Starcke (CDU) vor einem Geschäft in der Poststraße „23 Kleiderständer hintereinander“ gezählt: „Das ist zu viel“, befand er und forderte mit seiner Fraktion eine Gestaltungssatzung für die gesamte Bonner City.

Die gibt es bis heute nicht. Jetzt macht die Koalition von CDU und Grünen einen neuen Anlauf. Bereits im März soll der Planungsausschuss darüber beraten, sagten jetzt Christiane Overmans (CDU) und Hardwig Lohmeyer (Grüne).

„Freundliche

Toiletten“ gesucht

Eine Satzung, so wie sie für die Sternstraße und die Wenzelgasse gilt (siehe Kasten), bringe mehr als die von der Stadtverwaltung bislang favorisierte „Gestaltungsoffensive Innenstadt“, einer freiwilligen Vereinbarung mit Geschäftsleuten. „Bei einer Satzung weiß jeder, woran er ist“, so Overmans und Lohmeyer.

Die beiden Kommunalpolitiker reagieren mit ihrem Vorstoß auf eine Initiative von Bürgern, die in einer ganzseitigen Zeitungsanzeige mehr Engagement für die Innenstadt gefordert hatten (wir berichteten). Sie hatten auf zugestellte Freiflächen, verdreckte Müllbehälter, rostige „Fahrradleichen“, verschmierte Schaltkästen von Kabelnetzbetreibern, Flickwerk im Straßenbelag, „ekelhafte Unterführungen“, ramponierte Bänke und anderes hingewiesen.

Die Stadtverordneten haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Lohmeyer beobachtete, dass Geschäftsleute die Straße „als ihren freien Raum betrachten“. Bonngasse und Vivatsgasse etwa seien „bis zur Mitte vollgestellt“ mit so genannten Fußgängerstoppern (Werbeständern). Wer nicht mitmache, sei „der Dumme“, weil der Nachbar die Aufmerksamkeit auf sich ziehe. Bei der Außengastronomie müssten bei der Umzäunung Grenzen eingehalten werden, weil Fußgänger sonst nicht mehr passieren könnten.

CDU und Grüne schlagen Rundgänge von Bürgern und Kommunalpolitikern vor, um Problembewusstsein zu wecken und zu sehen, wo Änderungen angebracht seien. Das seien manchmal nur Kleinigkeiten wie zum Beispiel die häufigere Reinigung von Abfallkörben, sagte Overmans. Sie machte aber in Richtung der Bürgerinitiative auch deutlich: „Wir dürfen mit der Satzung nicht nur das Schönheitsbedürfnis von Flaneuren berücksichtigen, sondern die Geschäftsleute sollen damit leben können.“ Alles sei „eine Frage der Motivation: Wir tun es aus Liebe zu dieser Stadt“.

Eines weiteren Problems will sich die Koalition im Planungsausschuss ebenfalls annehmen: Weil es zu wenig öffentliche Toiletten in der Innenstadt gibt, soll die Stadtverwaltung Gastwirte fragen, ob sie gegen einen städtischen Obolus ihr WC auch für Nichtgäste des Lokals öffnen. Betriebe, die mitmachen, sollen mit dem Schild „Freundliche Toilette“ gekennzeichnet werden. Ein solches Modell funktioniere in Troisdorf, hat Lohmeyer erfahren. In sechs Kneipen dort ist willkommen, wer mal muss.



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