Von MANFRED FUNKEN, 09.02.10, 07:03h
Mit dem Prozentrechnen haben Parteien immer ihre liebe Not, mit dem Schönrechnen nicht. So betrachten beispielsweise Christ- und Sozialdemokraten Enthaltungen zwar als gültige Stimmen, vernachlässigen sie aber bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses. Flugs sieht der Zustimmungsgrad für den Kandidaten schon etwas freundlicher aus: Verfährt man so, hat Engel (bei sieben Enthaltungen) 71 Prozent der Stimmen bekommen. Den Trick kennt der FDP-Kreisverband noch nicht. Er berichtet in einer Pressemitteilung von rund 67 Prozent.
Und jetzt die Rechnung des Vorsitzenden Engel: Die FDP Rhein-Erft hat rund 630 Mitglieder. Von denen haben beim Parteitag 31 gegen ihn gestimmt. Macht unter dem Strich mehr als 95 Prozent Zustimmung.
Die Zahl der Anwesenden beim Parteitag war natürlich deutlich geringer, und in Wirklichkeit waren es nur 76 Parteifreunde, die Ja angekreuzt haben.
Es gibt bessere Resultate, räumt Engel schließlich ein, ich hatte auch schon bessere. Wenn man den Job des Vorsitzenden wie er nun schon 20 Jahren mache, trete man eben auch schon mal jemandem auf die Füße. Bei Wahlen biete sich dann einigen die Chance, ihren Frust über die Nichtbeachtung bei der Vergabe von Ämtern oder einfach eine allgemeine Unzufriedenheit zum Ausdruck zu bringen.
Wenn man so lange Vorsitzender einer Partei ist, muss man eine Engelsgeduld haben. Die habe ich meist, aber nicht immer.
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