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105 Arbeitsplätze betroffen

Erstellt 09.02.10, 07:03h

Seitdem im September bekannt wurde, dass im Martinswerk zur Erhaltung der weltweiten Konkurrenzfähigkeit einschneidende Umstrukturierungen geplant werden, bei der auch...

BERGHEIM-KENTEN. Seitdem im September bekannt wurde, dass im Martinswerk zur Erhaltung der weltweiten Konkurrenzfähigkeit einschneidende Umstrukturierungen geplant werden, bei der auch „Entlassungen unumgänglich“ seien, wie Standort-Manager Rob Pater seinerzeit mitteilte, leben die Mitarbeiter in Ungewissheit über ihre berufliche Zukunft. Nach viermonatigen Verhandlungen steht jetzt fest, dass in dem Kentener Chemieunternehmen der amerikanischen Albemarle-Gruppe 105 der zurzeit 500 Arbeitsplätze abgebaut werden müssen.

Betriebsrat, Gewerkschaft und Unternehmensleitung teilten in einer gemeinsamen Presseerklärung mit, dass ein Interessenausgleich und ein Sozialplan vereinbart wurden, die den Arbeitsplatzabbau für die Mitarbeiter abfedern sollen. So soll die Umstrukturierung in einem Zeitraum von fünf Jahren schrittweise umgesetzt werden. In dieser Zeit werden nach Unternehmensangaben zehn Mitarbeiter durch auslaufende Verträge, 28 weitere über Altersteilzeitregelungen ausscheiden. 42 weiteren Beschäftigten solle ein attraktives Vorruhestandsangebot unterbreitet werden. Zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen sollen zudem attraktive Abfindungen angeboten werden und vor eventueller Kündigung „alle Möglichkeiten der internen Versetzung geprüft“ werden.

Ausdrücklich hob das Unternehmen hervor, dass auch künftig junge Menschen beim Martinswerk eine Ausbildung absolvieren könnten. So wurden für den kommenden Sommer bereits fünf junge Menschen gefunden, die zu Chemikanten oder Industriekaufleuten ausgebildet werden.

„Der mittelfristige Verlust von bis zu 105 Arbeitsplätzen im Martinswerk ist schmerzlich“, bedauerte der Betriebsratsvorsitzende Heinz-Anton Pohl die Entwicklung. Die Verlagerung von Kundenbetreuung und Finanzwesen nach Ungarn bereite ihm große Sorgen, da wichtige Funktionen in Kenten dadurch verloren gingen.

Geschäftsführer Pater freute sich dagegen, dass durch die „konstruktive Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretung und Gewerkschaft dieses umfassende Vertragswerk gelungen“ sei, mit der „sozialverträglich ein tragfähiges Zukunftskonzept“ habe entwickelt werden können.

Dass der „sozialpartnerschaftliche Weg der Richtige ist“, lobte auch Matthias Jakobs, Sekretär der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, der zusammen mit dem Betriebsrat die Verhandlungen für die Arbeitnehmer führte. Alle Beteiligten hätten sich die erforderliche Zeit genommen, „um ihrer Verantwortung für die Menschen“ gerecht zu werden.

Nachdem die ausgehandelte Einigung gestern den Mitarbeitern bekannt gegeben wurde, sollen mit Betroffenen in Einzelgesprächen die Perspektiven abgewogen werden.



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