Von Daniel Taab, 08.02.10, 22:25h
Besonders positiv: Noch nie zuvor sind in Köln so wenig Menschen im Straßenverkehr gestorben. Zehn Verkehrsteilnehmer kamen ums Leben (vier Fußgänger, vier Radfahrer, zwei Autofahrer). Im Vorjahr waren noch 19 Tote zu beklagen. Steffenhagen betonte, dass „hinter diesen nackten Zahlen fast immer großes menschliches Leid“ stecke.
Große Sorgen bereiten den Verkehrsexperten der Polizei weiter die verunglückten Senioren. „Zwar sind es 33 weniger als im Jahr 2008. Aber die Zahlen bewegen sich immer noch auf einem zu hohen Niveau“, betonte der Leitende Polizeidirektor Helmut Simon. 2008 verunglückten 545 Senioren, 2009: 512. Einen leichten Anstieg gibt es auch bei den Unfällen mit Kindern. „Wir mussten sechs Unfälle mehr aufnehmen“, so Simon. (2008: 393, 2009: 399). Positiv sei aber, dass in den vergangenen zwei Jahren kein Kind im Straßenverkehr ums Leben kam.
Wo bei Statistiken Licht ist, ist auch Schatten. So etwa bei den verunglückten Radfahrern in Köln. 1438 Mal mussten Polizisten zu Unfällen mit Radlern ausrücken (Vorjahr: 1422). Der Anstieg um 16 Unfälle ärgert Helmut Simon. „Wir werden uns diesem Thema in diesem Jahr intensiv widmen“, kündigte der Polizeidirektor an. Simon geht davon aus, dass es zudem eine sehr hohe Dunkelziffer gibt, weil betrunkene gestürzte Radler sich aus Angst vor dem Verlust des Führerscheins weder bei der Polizei noch in der Klinik melden.
Ein weiteres Problem: Junge Raser auf Kölns Straßen und den Autobahnen. Zwölf junge Erwachsene waren im Großraum Köln an tödlichen Unfällen beteiligt, dabei starben acht Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren. „Die Hauptunfallursache war überhöhte Geschwindigkeit“, sagte Simon. Noch in diesem Jahr soll ein zusätzliches Provider-Fahrzeug für Tempokontrollen eingesetzt werden, dazu neue Laserpistolen mit einer Reichweite von 1000 Metern. Auch die Präsenz soll noch einmal verstärkt werden.
Auf den Autobahnen im Großraum Köln gab es 2009 10 192 Unfälle (Vorjahr 10 648). Getötet wurden 22 Personen, Vorjahr 15. Hauptunfallursache: Zu wenig Abstand, zu hohe Geschwindigkeit, Fehler beim Fahrbahnwechsel oder Alkohol. 700 Mal krachten Autos oder Lkws ins Stauende. Darum wies Simon daraufhin, am Stauende das Warnblinklicht einzuschalten.
Unfallschwerpunkt im Jahr 2009 waren die Ringe. Dort krachte es 726 Mal, gefolgt vom Gürtel, Neusser Straße, Venloer Straße und dem Clevischen Ring. Auf diesen Straßen wird es in diesem Jahr verstärkt Kontrollen geben.
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