Von PATRICK LÜLSDORF, 10.02.10, 07:09h
Als Solokünstler auf dem Barhocker ist man stets angreifbar, man kann sich nicht hinter dem Sound einer Band verstecken, jede Fehler ist hörbar, jeder Verspieler fällt auf. Doch gerade darin sieht Janet Robin die große Herausforderung. Ganz nah am Publikum zu sein und die direkte Reaktion mitzubekommen. In der Kornbrennerei konnte sie durchweg positives Feedback vernehmen, kein Wunder, denn Janet Robin ist eine Wucht an den sechs Saiten und eine respektable Sängerin zugleich. Mit ihrem minimalistischen Singer / Songwriter-Sound und ihren großartigen gitarristischen Fähigkeiten begeisterte sie das Publikum ein ums andere mal. Authentisch und voller Überzeugung schmetterte sie die Lieder ihre neuen CD Everything has Changed in die vergnügte Zuhörerschaft, stets entspannt und gut gelaunt, wie es sich für eine waschechte Kalifornierin gehört.
Doch nicht nur in ihrem Auftreten spiegelt sich ihre Herkunft wider, auch in der Musik kommt Janet Robin oft so relaxed und entkrampft daher, dass man meinen könnte, sie habe die Kalifornische Sonne fest in ihrem Spiel verankert. Dabei wechseln rockige Einflüsse (View from Above) mit ohrwurmigen Mid-Tempo-Nummern (Clean Getaway) und völlig reduzierten Songperlen (Rumor). Schon in jungen Jahren lernte sie das Gitarrenspielen, ihren ersten Unterricht hatte sie bei E-Gitarrenlegende Randy Rhoads, der bis zu seinem frühen Tod in der Band von Schockrocker Ozzy Osbourne weltweit für Furore sorgte. Aber auch ihr weiterer Werdegang liest sich wie ein Buch, sie stand schon mit Ex-Fleetwood-Mac-Mitglied Lindsey Buckingham auf der Bühne und spielte in der Band von Bluesrockerin Meredith Brooks, die in den 90er Jahren mit Bitch auch einen Riesenhit in Deutschland landete. Ihr neues Album produzierte sie mit John Carter Cash, dem Sohn von Country-Legende Johnny Cash.
Die Zuhörer in der Kornbrennerei ließen sich auf die Lieder von Janet Robin ein, sie wippten mit dem Fuß mit, applaudierten oder staunten einfach nach einem verblüffenden Lauf auf der semi-akustischen Gitarre. Und so lohnte sich auch für Janet Robin der weite Weg von Kalifornien ins überschaubare Bröleck.
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