Erstellt 09.02.10, 21:34h
DFB-Chef Zwanziger hat begriffen, dass er Löw braucht, um die Chance auf den WM-Titel im Sommer zu wahren. Und er hat - wie auch die übrigen Streithähne - erkannt, dass das Turnier nur erfolgreich verlaufen kann, wenn das Thema „geplatzte Vertragsverlängerung“ schleunigst aus der Öffentlichkeit verschwindet. Das ist erleichternd und war vor allem so kurzfristig nicht zu erwarten. Nur: Wenn die Narben zu groß sind, hilft auch die beste Schminke nicht.
Im Hintergrund wird der Machtkampf weiter schwelen. Zu groß ist der Vertrauensverlust zwischen allen Beteiligten. Löw ist schwer gekränkt wegen des Ultimatums, vor allem aber weil Vertragsdetails an die Öffentlichkeit gelangten. Dass der Bundestrainer auch die übertrieben forsche Vorgehensweise von Bierhoff hinterfragt, zeigt die Tatsache, dass er sein Schicksal nicht mehr mit dem des Managers verbindet.
Oliver Bierhoff ist der größte Verlierer dieser Posse, die er mit seinem exquisiten Forderungskatalog losgetreten hat. Dass er mitbestimmen kann, wer Bundestrainer wird, bleibt völlig zu Recht Utopie. Ob er künftig überhaupt noch eine Rolle im Verband spielt, scheint fraglich. Der Preis, den seine Widersacher beim DFB dafür bezahlen, ist allerdings enorm. Der Imageschaden ist immens und die Gefahr groß, dass sich mit Joachim Löw nach der WM ein exzellenter und erfolgreicher Fachmann verabschiedet.
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