Von Manfred Reinnarth, 11.02.10, 18:16h, aktualisiert 12.02.10, 15:30h
Mit Hammer und Meißel hatten sich Sachverständige Am Donnerstag erste Gewissheit verschafft: In Wänden der KVB-Baugrube am Heumarkt sind an den Verbindungsstücken der Eisenverstärkung nur ein Bruchteil der vom Planer vorgesehenen eisernen Klammern verbaut worden. Im Beisein von Kölner Polizei und Feuerwehr öffneten Arbeiter die Betonwand.
An zwei Stellen hatten die Gutachter in der künftigen U-Bahn-Haltestelle "Heumarkt" in Höhe von Maria im Kapitol Zugang zu Wandbereichen, in denen auf Grund des Geständnisses eines Bauarbeiters zu wenig Bewehrung stecken sollte. Die Sachverständigen zählten die auf diese Weise sichtbar gemachten Eisen und verglichen die Zahl mit den Bauplänen. Dabei stellte sich heraus, dass zum Teil nur 17 Prozent der vorgesehenen Stahlbügel eingebaut wurden.
Zugleiter nicht in Krisenstab eingebunden
Weil gestern Gerüchte die Runde machten, dass Bereiche um die Baugruben evakuiert werden könnten und gar die Karnevalszüge einen anderen Weg nehmen müssten, zeigte sich gestern Abend Zugleiter Christoph Kuckelkorn "total verärgert, dass wir gar nicht eingebunden wurden". Er will heute bei einer Pressekonferenz der Stadt entsprechende Fragen stellen.
Die Betrugsermittlungen der Staatsanwaltschaft bei Firmen und Arbeitern des Stadtbahnbaus waren gestern Mittag auch Thema der Bilanzpressekonferenz von Bilfinger Berger in Mannheim. Dass mehrere Vermessungsprotokolle für den Bau von Schlitzwänden absolut identisch sind, hält der Vorstandsvorsitzende von Bilfinger Berger, Herbert Bodner, zwar für "einen klaren Hinweis darauf, dass was nicht stimmen kann". Eine Fälschungsabsicht sei jedoch bislang nicht zu erkennen. Die Protokolle würden nicht einfach per Tastendruck erstellt. "Die Methode ist so kompliziert, dass der ein oder andere damit überfordert sein könnte", erklärte Bodner und sprach von "Softwareunverständnis".
Die KVB hatten die von Bilfinger Berger geführte Arbeitsgemeinschaft ultimativ zur Stellungnahme aufgefordert und Zweifel an der Zuverlässigkeit des Unternehmens erhoben. "Die Fragen werden in aller Sachlichkeit aufbereitet, Antworten liegen nicht vor", sagte Bodner. Eine Kündigung des Vertrages durch die KVB hält er für "hypothetisch". Eine Rückstellung für das Kölner Unglück habe das Unternehmen nicht gebildet. Bei einem Verschulden, und sei es durch den Betrug eines Mitarbeiters, zahle die Versicherung.
Hinweise zur Ursache erst in Monaten
Bilfinger Berger trifft laut Bodner "Maßnahmen, um die Standsicherheit der Bauwerke auf jeden Fall zu gewährleisten". Die Unglücksursache muss laut Bodner erst technisch ergründet werden. Bislang gebe es nur Spekulationen. Ein Ergebnis könne "frühestens in ein paar Monaten" vorliegen. Die Abstimmung der Gutachter dauere "leider Gottes schon sehr lange".
Pfusch bei Nord-Süd-Bahn?: Evakuierung nicht vom Tisch
Kölner Dilettanten!!!
12.02.2010 | 17.13 Uhr | Blog-Men
Was für Klüngel-Brüder da am Werke sind, zeigt sich nunmehr an Hand harter Daten und Fakten. Wie bitte schön kann es sein, dass man mit nur 17% der…
keine Rückstellungen
12.02.2010 | 14.05 Uhr | nöres
Ja, toll, es wurden keine Rückstellungen gebildet, man ist ja ausreichend versichert; da können dann die anderen Versicherungsnehmer auch noch…
das sagt schon alles
12.02.2010 | 13.17 Uhr | nöres
Zitat: Eine Rückstellung für das Kölner Unglück habe das Unternehmen nicht gebildet. Bei einem Verschulden, und sei es durch den Betrug eines…
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