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Kommentar zur EZB-Nachfolge

Geschacher

Von Brigitte Scholtes, 16.02.10, 22:17h

Je früher die Diskussion um die Nachfolge von Jean-Claude Trichet als Präsident der Europäischen Zentralbank beginnt, desto schlechter ist die Ausgangslage für den deutschen Kandidaten Axel Weber.

Je früher die Diskussion um die Nachfolge von Jean-Claude Trichet als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) beginnt, desto schlechter ist die Ausgangslage für den deutschen Kandidaten Axel Weber. Das ist wohl auch der Bundesregierung bewusst, die sich deshalb mit direkten Äußerungen zu diesem Thema vornehm zurückhält. Von Weber selbst ist auch noch nichts Entsprechendes zu hören.

Gleichwohl scheint klar, dass Weber, der unbestritten die Kompetenz für dieses Amt mitbringt, wohl gern an die Spitze der EZB rücken und damit die europäische Geldpolitik noch maßgeblicher mitbestimmen würde. Auf die Stimme des Deutschen wird im EZB-Tower gehört, Weber gilt als Verfechter einer stabilitätsorientierten Geldpolitik, und die ist in der aktuellen Krise im Euroraum dringend erforderlich.

Hinzu kommt: Je früher über seine Nachfolge diskutiert wird, desto unangenehmer ist das auch für den noch amtierenden Präsidenten Trichet. Denn der will in der aktuellen und noch längst nicht überstandenen Krise sicher nicht als „lahme Ente“ gelten. Ohnehin ist das Postengeschacher innerhalb der EU der Reputation der EZB ganz sicher abträglich. Deshalb sollten sich die Politiker in den nächsten Monaten mit etwaigen Äußerungen besser vornehm zurückhalten. Der Euro und die Währungsunion würden es ihnen danken.



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