Erstellt 01.02.10, 19:07h
Im wesentlichen bestätigten Länder und Ländergruppen ihre bereits in Kopenhagen vorgestellten Ziele. Die Frist lief bis Sonntag, wird aber vom Klimasekretariat flexibel gehandhabt.
Erstmals legten sich Staaten damit freiwillig für die weiteren UN-Verhandlungen auf Reduktionsziele fest, die allerdings noch keinen bindenden Charakter haben. Experten halten die Vorgaben auch nicht für ausreichend, um das von der Wissenschaft geforderte Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius in diesem Jahrhundert zu erreichen.
Die EU blieb bei ihren Plänen, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 20 Prozent (im Vergleich zu 1990) zu mindern - und diese Vorgabe auf 30 Prozent zu erhöhen, falls andere Länder "vergleichbare" Reduktionsziele" vorlegen. Die USA wollen ihre Treibhausgase bis 2020 um 17 Prozent unter das Niveau von 2005 senken - oder etwa vier Prozent unter das Niveau von 1990. China will seinen Zuwachs von CO2-Emissionen eindämmen.
Auf der Basis der Länderziele sollen nun die Verhandlungen für ein neues Klima-Abkommen unter dem Dach der UN weitergeführt werden. Eine Zwischenkonferenz ist im Frühjahr in Bonn geplant (31. Mai bis 11. Juni). In Mexiko soll dann am Jahresende endgültig eine rechtsverbindliche Übereinkunft über den weiteren globalen Klimaschutz erzielt werden, die in Kopenhagen wegen zu großer Differenzen noch nicht zustande gekommen war.
Der Chef des Umweltausschusses im Europäischen Parlament, Jo Leinen, warnte in Brüssel, die auf dem Tisch liegenden Angebote würden zu einem globalen Temperaturanstieg von 3,5 Grad Celsius führen, mit entsprechend schwerwiegenden Folgen für Mensch und Natur. Bis zum Gipfel in Mexiko müsse es erhebliche Verbesserungen geben. Die EU etwa müsse eine Reduzierung ihrer Emissionen um 30 Prozent beschließen, um die Führungsrolle beim Klimaschutz wiederzugewinnen. (dpa)
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