Von Katharina Hamacher, Manfred Reinnarth und Martina Windrath, 04.02.10, 10:16h, aktualisiert 04.02.10, 21:39h
KVB
Die 130 Bahnen waren am Vorabend ideal für einen schnellen Start geparkt worden. Mit den Bussen rollten sie punkt 6.30 Uhr aus den Depots. Fast alle Fahrgäste waren darüber informiert, dass es zu Verspätungen kommen konnte. „Hier sind voll die chinesischen Zustände auf den Bahnsteigen, seit einer Stunde ist kein Zug gekommen“, übertrieb kurz nach 8 Uhr eine Schülerin in der KVB-Haltestelle am Dom. Die angezeigte Bahn kam nicht“, beschrieb dagegen aufrichtig Petra H. (49) aus Kerpen ihr Problem. Sie überwand schnell ihre Angst vor vollen Zügen, als um 8.16 Uhr die nächste Linie 16 eintraf. Uniformierte der KVB lenkten auf den vollen Bahnsteigen die Menge in geordnete Bahnen. Die letzten Bahnen fuhren schließlich gegen 10 Uhr wieder im Takt. Die Linien Richtung Bonn machten allerdings in Alfter und Hersel kehrt. Denn in Bonn wurde länger gestreikt. Im Busnetz gab es kaum Probleme.
Flughafen
Wenige Flüge verzögerten sich um maximal 20 Minuten, Ausfälle gab es nicht. Zwischen 5 und 8 Uhr hatten Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt. Thomas Bayer, stellvertretender Vorsitzender der „Kreisgruppe Flughafen Köln / Bonn der Gewerkschaft der Polizei“ zeigte sich zufrieden. „Immer mehr Kollegen erklären sich solidarisch.“ Er bedauerte, dass die Polizeigewerkschaft nicht dazu gehöre. Reaktionen der Passagiere hat Bayer sehr unterschiedlich erlebt. „Viele Urlauber reagieren verständnisvoll, einige Geschäftsleute waren genervt.“ Ein Mann habe gesagt: „Sie haben doch einen sicheren Job, und jetzt streiken Sie noch.“ Dabei, so Bayer, „verdient kaum einer hier mehr als 1300 Euro netto. Wie soll man denn davon eine Familie ernähren?“
Rheinenergie
Streikende blockierten bis 8 Uhr den Eingang für Arbeitswillige, die üblicherweise schon ab 6.30 Uhr beginnen. Weil auch etliche Mitarbeiter Urlaub nahmen, war die telefonische Erreichbarkeit stark eingeschränkt.
Stadtverwaltung
Arbeit blieb in vielen Abteilungen liegen, vor allem im Grünflächenamt: Selbst Bauarbeiten mit Termindruck mussten warten.
Studentenwerk
Nur sechs statt 13 Köche standen in der Uni-Mensa an der Zülpicher Straße am Herd, drei Viertel des Personals befand sich im Ausstand. So mussten Studenten und Hochschulmitarbeiter mit drei Gerichten statt normalerweise 16 Menüs vorlieb nehmen, ab 14.30 Uhr waren die Türen geschlossen. Angebot und Öffnungszeiten der Mensen der Fachhochschule waren ebenfalls stark eingeschränkt.
Kliniken der Stadt
Wäsche wurde nicht gewaschen und der ein oder andere Röntgentermin musste verlegt werden.
Kölnbäder
Die Geschäftsführung der Kölnbäder GmbH hatte den Streik so nicht erwartet. Viele Gäste standen vor verschlossener Türe. Mitarbeiter ersparten Besuchern am Agrippabad unnötige Parkgebühren.
Bühnen der Stadt
Die Frühschicht war ein „Theater“ der besonderen Art bei den Bühnen der Stadt: Rund 120 Mitarbeiter beteiligten sich. Ohne sie lief in Sachen Bühnentechnik bis gegen 14 Uhr fast nichts: Kein Licht, kein Ton, keine Requisite. So fielen die Proben am Vormittag aus.
AWB
Die Müllabfuhr war nicht gestört, aber die erste Schicht der Straßenreinigung: bis 14 Uhr lief mit Einschränkungen ab. Dadurch blieben viele Mülleimer voll.
Bonn: Alle Räder standen still - bis 9 Uhr
Verdi-Aufruf: Warnstreik am Flughafen Köln-Bonn
Warnstreik: KVB fahren erst ab 6.30 Uhr
Streiks in Bonn/Rhein-Sieg: Busse und Bahnen bis 9 Uhr in den Depots
Verdi kündigt an: Warnstreiks in allen Bundesländern
Rhein-Sieg-Kreis: Streiks bei Müll und im Rathaus
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
Kfm. Umschulungen + Seminare in Köln
Holzspielzeug gesucht, gefunden, geliebt