Von Mark Lederer, 05.02.10, 10:43h
Geboren wurde sie am 1. März 1987 in Los Angeles unter dem Namen Kesha Rose Sebert. Ihren Traum, Musikerin zu werden, entwickelte sie schon während der Kindheit in der Country-Hauptstadt Nashville, Tennessee. "Ich habe immer schon gewusst, dass ich auf der Bühne stehen wollte", erzählt Ke$ha. "Es gibt ein Video von mir, als ich fünf war: Ich war nackt, am ganzen Körper bemalt und sagte ,Ich werde Rockstar und niemand wird mich aufhalten.'"
Prince auf die Pelle gerückt
Mutter Pebe, eine ehemalige Punkrocksängerin und Songschreiberin, unterstützte Ke$ha dabei und lehrte sie das Singen und Komponieren. Am Rande der Armut wuchs sie mit Musik von Bob Dylan, Johnny Cash und Patsy Cline auf. "Wir lebten von Sozialhilfe und Essensmarken", sagt Ke$ha, die sich dennoch an eine schöne, wenn auch turbulente Kindheit erinnert.
Ernst machte sie dann 2005: Ungeduldig schmiss sie die Schule und kehrte nach L.A. zurück. Geleitet von Übermut, kam sie auf die verrücktesten Ideen, um ihre Karriere anzukurbeln. Popsänger Prince rückte sie gar auf die Pelle und schlich sich in seine Gemächer. Obwohl sie ihm vor dem Rausschmiss noch ein Demo-Tape zuschieben konnte, kam der entscheidende Wendepunkt dann eher unerwartet. In einem Tonstudio, das sie regelmäßig besuchte, sampelten Produzent Dr. Luke und Rapper Flo Rida gerade den Refrain des 80er-Hits "You Spin Me Round (Like a Record)" von Dead or Alive. Plötzlich fiel Dr. Luke Ke$has Stimme ein, die er von Demos kannte und bat sie ans Mikro. Ein Volltreffer: "Right Round" verkaufte sich in nur einer Woche über 600 000 Mal - allerdings ohne dass Ke$ha daran verdiente. Aus Ironie tauschte sie daraufhin das "S" ihres Namens mit dem Zeichen des Dollars.
Ertragslos sollte Ke$has Kontakt zu Dr. Luke dennoch nicht bleiben. Der Hit-Produzent, der schon Britney Spears, Katy Perry, Kelly Clarkson oder Avril Lavigne zu Nummer-1-Platzierungen verhalf, kam erneut auf sie zu. "Ich war auf der Suche nach einer Sängerin mit einer unverkennbaren Stimme und eigenem Stil", so Dr. Luke. Mit Ke$ha, die bis dahin mehr als 200 Lieder geschrieben hatte, in Katy Perrys Video "I Kissed A Girl" zu sehen war und sich nichts so sehr wünschte, wie Musikerin zu sein, stieß er auf Gold.
Knapp ein Jahr nach Flo Ridas Hit erreichte Ke$has Album "Animal" jüngst die Nummer 1 der Billboard-Charts. Die erste Single "TiK ToK", ein Rap, der sich an der rotzigen Intonierung männlicher Kollegen inspiriert, handelt von ihrer unruhigen Zeit in einer Wohngemeinschaft, während "Boots & Boys" auf lustige Art mit Männern flirtet. Musikalisch orientiert sich die Disco-, Party- und Urlaubsmusik an Kelly Clarkson, Pink oder Lady Gaga und liefert jede Menge stampfende Beats, eingängige Melodien und phrasenhafte Texte - bei weitem kein Meisterwerk. Den Unterschied macht Ke$ha selbst, die mit ihrer natürlichen Art schlicht für das Business geboren ist. "Ich bin eben ein dankbares verrücktes Mädchen, das einfach nur Spaß haben will!" Mit Aussicht auf Verlängerung.
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22. April 2012,
E-Werk Köln
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