Erstellt 08.02.10, 11:39h
Den Auftakt machte das Tambourcorps Oedekoven als bunte Harlekins, die Kindergartenkinder aus Oedekoven und Gielsdorf starteten als Astronauten und Raketen in das Abenteuer "Köbes und Marie op Himmelfahrt". Als lustige Bierfässer und -gläser sagten die Bier- und Tierfreunde Impekoven: "Mach es zu Deinem Projekt!" Ihnen folgten die süßen Schmetterlinge der Showtanzgruppe "Alpengarde" aus Witterschlick. Die Vorgebirgsindianer hatten ihren eigenen Marterpfahl mit im Gepäck und behaupteten: "In Impekoven fängt der wilde Westen an!" Das Damenkomitee Rot-Weiß Buschhoven und die Gielsdorfer Kegler verbreiteten gute Laune, bevor die Messdiener und Ministranten als flotte Schneemänner, die Pfarrer Georg Theisen geformt hatte, über den Zugweg wirbelten. Als sportliche Boxerrinnen im lila Mäntelchen fühlten sich die "United Mädels" wie die "Weltmeister vum Rhing". Die F-Jugend des SV Germania Impekoven ist zwar noch zu jung für die WM 2010, machte aber klar, dass sie im Dorf das Sagen hat. Direkt vom Nordseestrand nach Impekoven war der Karnevalsclub "Echte Freunde" nach Impekoven gekommen und präsentierte sich als "jecke Friesen op jück". Die komplette Nahrungskette aus Brehms Tierleben stellte die Gruppe "Kojote und Co." in ihren Tierkostümen nach.
"Michael Jackson ist nicht tot, er kegelt mit uns", behauptete der Kegelclub "Trink eene met", die den Superstar in einer 10 Meter langen Stretchlimousine mit abgedunkelten Scheiben dabei hatte. Die Löschgruppe Impekoven begeisterte als Feuer speiender Drache Grisu. Die rot-weißen Offiziere der Prinzengarde Alfter sorgten für passende Musik. Genau wie die kleine Raupe Nimmersatt war auch die Interessengemeinschaft Impekovener Pänz niemals platt. Die "Verdöttschde" hatten sich als Filmstars ausstaffiert und beruhigten das Publikum: "Superhelden retten Impekoven." Für die Jecken vom Wormshof fuhr Prinz Heinrich II. des Jahres 1969 persönlich den Trecker. (jst)
ALFTER. Tierisch närrisch ging es zu beim traditionellen Kinderkarnevalszug der Alfterer Schulen und Kindergärten. Das Motto: "Affe, Schlange, Bär und Tiger treffen sich im Dschungel wieder." So machten giftgrüne Urwaldfrösche aus dem Fröbelhaus den Anfang der jecken Kinderschar mit den dazugehörigen Erwachsenen. Die Pänz der Kindertagesstätte am Herrenwingert waren als Horde von Giraffen und Tigern direkt aus dem Dschungelbuch entsprungen, und die "Rasselbande" verkündete "paradiesische Zeiten in Alfter" als bunte Paradiesvögel. Auch die Kinder des "Hüppekästchens" streiften als wilde Tiger unter grünen Palmen durch den Urwald. Ihnen folgte das katholische Familienzentrum Alfter als jecke Krokodile, Tiger sowie als Elefanten. Hunderte von Zuschauern jubelten ihnen zu.
Gar nicht enden wollte die Reihe der Schulklassen der Alfterer Annaschule. Vorneweg die 1 a unter dem Motto "Die Bären sind los". Die 1 b versprach: "Löwen sind gefährlich, aber heute wird nicht gebissen - ehrlich!" Als orangefarbene Paradiesvögel flatterten die Schüler der 1 c hinterher. Eine muntere Schar von Schmetterlingsforschern war die 2 a. Furchterregend präsentierte sich die 2 b als "Teachers Tigers", während die 2 c als grüne Kröten, gelbe Unken und blaue Pfeilgiftfrösche durch den Dschungelschlamm hüpfte. "Affe, Schlange, Bär und Tiger - der Wildhüter fängt sie alle wieder", hieß es bei der 3 a. "Der Dschungel ist leer, kein Tier, oh je - die sind alle in der 3 b", war das Motto ihrer Parallelklasse. Die Affenbande der 3 c hatte ihren Proviant in Form von Bananenketten mit. Zum letzten Mal dabei war die 4 a als Spinnen, die 4 b kam als Zebras, die 4 c als Furcht einflößende Kannibalen mit Knochen als Kopfschmuck. (jst)
BORNHEIM-SECHTEM. Das Grimm-Märchen Schneewittchen hatten sich viele Zwerge aus dem Kindergarten Wolfsburg vorgenommen, kamen zum Zug in Sechtem als Schneewittchen, Frau Holle, Witwe Bolte und andere Märchenwesen. Bunt wie Konfetti war die lustige Karawane, die Josef Buchholz vom Verein Kinderkarneval Sechtem 1994 pünktlich um 14.11 Uhr auf den Weg brachte. Das vielsagende Motto: "Sächtem fiert Karneval - op dä Stroß, un nit em Saal". Entsprechend machten die vielen Gruppen auf humorvolle Weise auf ihr Dilemma aufmerksam, dass es in Sechtem keinen Festsaal gibt. "Nach Karneval werden wir uns zusammensetzen müssen", regte Buchholz einen runden Tisch der Vereine und Gruppen an. Der fehlende Saal hatte auch die KG "Rasselbande" beim Wagenbau inspiriert. Als Räuber hatten sie ihre Räuberschenke gleich mitgebracht.
Viel Applaus bekam auch der Leiter der Grundschule, Ulrich Haus, als Zirkusdirektor mit seinen mehr als 50 kleinen und größeren Raubtieren. Rosa Trikots hatten die Mädchen der Salia übergestreift, während die Rievkoocheboys mit eigener Bratpfanne auf ihrem Handkarren durch Sechtem zogen. Schon am Samstag um sechs Uhr hatten sie rund einen Zentner Kartoffeln und Unmengen an Zwiebeln geschält und sich so für den rund zweistündigen Zugweg bestens vorbereitet. Denn vom Handkarren aus versorgten die sieben Boys um Johannes Münch die Zuschauer mit frisch gebackenen Reibekuchen. Insgesamt waren 24 Gruppen, Musikzüge und Tanzgarden unterwegs. Sie alle kündigte Dieter Raab, Präsident des Vereins Sechtemer Kinderkarneval, von der Ehrentribüne am Dorfplatz an. Dort standen Tollitäten aus dem ganzen Vorgebirge und den Nachbarkommunen.
Handkarren zogen auch die Mitstreiter der Aktion "Keine Kurzen für Kurze" der Jugendarbeit, die am Samstag mit 13 Teilnehmern in Sechtem im Einsatz waren. Ihr Augenmerk galt jedoch weniger dem farbenprächtigen Treiben auf der Straße als vielmehr den jungen Jecken am Straßenrand. Um sie vor überhöhtem Alkoholgenuss zu bewahren, versorgten sie die Jugendlichen mit belegten Brötchen und Wasser. Beides fand, wie Sozialarbeiter Ralf Büttner von der Diakonie-Fachstelle berichtete, reißenden Absatz. Insgesamt beschrieb später auch die Polizei das Treiben auf der Straße während und nach dem Umzug als "ruhiger als sonst". Lediglich drei "Platzverweise" wurden ausgesprochen. (mkl)
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