Erstellt 08.02.10, 13:17h, aktualisiert 08.02.10, 14:16h
Seit dem Höchststand 1964 mit über 4700 Toten ist die Zahl der Verkehrstoten in NRW um 87 Prozent fast auf ein Zehntel gesunken. Noch stärker ging die Zahl der getöteten Kinder zurück. Noch nie starben so wenig Kinder im NRW-Straßenverkehr wie im vergangenen Jahr: Mit 15 getöteten Kindern liegt der neue Niedrigrekord um 98 Prozent unter dem Höchststand von 1970: Damals kamen 652 Kinder bei Verkehrsunfällen ums Leben.
Auch die Zahl der Verletzten war 2009 gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf knapp 78 400 weiter rückläufig und erreichte ebenfalls einen historischen Tiefstand. Im Vergleich zum Höchststand 1970 mit 145 000 Verletzten konnte die Zahl nahezu halbiert werden. Dennoch krachte es insgesamt häufiger als 2008: Die Gesamtzahl der Unfälle stieg um 0,3 Prozent auf 560 200 leicht an. Bei neun von zehn Unfällen blieb es aber bei Blechschäden.
Während die Zahl der getöteten Auto-Insassen um über 20 Prozent sank, sank die Zahl der tödlich verletzten Motorradfahrer um 12 Prozent auf 90 Tote. Auch die Fahranfänger verunglückten seltener tödlich. Lediglich in der Gruppe der Senioren starben mit 198 Opfern neun Menschen mehr als im Vorjahr.
Neben der verbesserten Sicherheitstechnik hätten auch die Kampagnen der Polizei etwa gegen Gurtmuffel und der Einsatz von "Schockvideos" Wirkung gezeigt. So sei die Gurt-Kampagne mit National-Torwart Manuel Neuer sehr erfolgreich gewesen. Die Zahl der Toten durch Nicht-Anschnallen sei mit 20 Prozent überproportional gesunken.
Für dieses Jahr kündigte Wolf ein verschärftes Vorgehen gegen "Raser" an: Zu schnelles Fahren sei die Hauptursache für tödliche Unfälle. Mehr als jeder dritte Verkehrstote ist Opfer überhöhter Geschwindigkeit. Ein Aufprall bei Tempo 50 auf ein festes Hindernis entspricht einem Sturz aus zehn Metern Höhe auf Beton, sagte Wolf.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnte davor, die Zahl der Polizisten in den kommenden Jahren zu reduzieren. "Wenn niemand mehr da ist, der die Autofahrer kontrollieren kann, wird die Zahl der Verkehrsopfer schnell wieder steigen", mahnte GdP-Landeschef Frank Richter. Außerdem müsse bei Fahrerflucht konsequenter durchgegriffen werden. Bei jedem fünften Unfall sei im vergangenen Jahr Fahrerflucht festgestellt worden. (dpa)
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