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Verkehrsstatistik

Mehr Unfälle durch Raser

Von Uta Kristina Maul, 08.02.10, 14:18h, aktualisiert 08.02.10, 22:20h

Am Montag ist die Verkehrsstatistik für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis vorgestellt worden - mit einem traurigen Trend. Die Zahl der Verkehrstoten stieg um 15,4 Prozent. Der Hauptgrund: Überhöhte Geschwindigkeit.

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Bei diesem Unfall im Juni 2009 sind die Insassen des Porsches ums Leben gekommen. (Bild: hom)
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Bei diesem Unfall im Juni 2009 sind die Insassen des Porsches ums Leben gekommen. (Bild: hom)
BONN/RHEIN-SIEG-KREIS - Mit 120 bis 140 Stundenkilometern, ermittelt später ein Gutachter, fährt der 40 Jahre alte Porschefahrer über die L 192 in Bornheim. Nahe der Straßenbahnunterführung verliert er auf der regennassen Fahrbahn die Kontrolle über das 385 PS starke Auto, gerät in den Gegenverkehr und kollidiert mit einem BMW. Der Porschefahrer und seine Begleiterin (41) sterben noch an der Unfallstelle, Mutter (34) und 16-jährige Tochter aus dem BMW werden schwer verletzt an diesem 11. Juni 2009, dem Fronleichnamstag.

Bittere Realität ist das, was Polizeipräsident Wolfgang Albers Montagvormittag vor Schülern des Robert-Wetzlar-Berufskollegs nach deren „sehr, sehr beeindruckendem Theaterstück“ (Albers) bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2009 aus dem Polizeialltag erzählte. Die beiden Getöteten gehören zu jenen 15 Menschen, die im vergangenen Jahr bei Unfällen im Bereich der Kreispolizeibehörde Bonn - das sind der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis sowie die Städte Bonn, Königswinter und Bad Honnef - ihr Leben lassen mussten. Es sind zwei Opfer mehr als 2008, ein Anstieg um 15,4 Prozent.

Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor eine Hauptunfallursache, ganz besonders bei den folgenschweren Unfällen. Sechs dieser 15 Toten - dazu gehört auch ein Kind, das als Mitfahrer in einem Pkw verunglückte - starben bei einem der 420 Unfälle (2008 waren es „nur“ 391), für die nach Polizeiangaben nicht angepasste Geschwindigkeit mit ursächlich war. Jeder fünfte Unfall, in den junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren verwickelt waren, wurde durch Raser verursacht.

„Wer rast, riskiert folgenschwere Verkehrsunfälle“, so Albers. Grund genug für die Bonner Polizei, sich in den kommenden Wochen und Monaten im Rahmen der Anti-Raser-Kampagne „Komm gut an! Sieger rasen nicht!" des Landes Nordrhein-Westfalen mit zahlreichen Aktionen einzubringen. Auch an den europaweit abgestimmten Sonderkontrollen „TISPOL Speed“ werde sich die Bonner Behörde wie in den Vorjahren wieder intensiv beteiligen, kündigte Albers an und warnte: „Wer auf den Straßen in und um Bonn rast, muss damit rechnen, von der Polizei ertappt zu werden. Rasern drohen empfindliche Geldbußen bis hin zu Fahrverboten und Punkten auf dem Konto in Flensburg."

Zu den Hauptunfallursachen gehören neben zu hohem Tempo das fehlerhafte Abbiegen und Wenden (1008 Unfälle) sowie die Missachtung von Vorfahrt und Vorrang (548). Dass die Zahl der Unfälle gegenüber 2008 um 394 oder 2,7 Prozent auf insgesamt 15 014 stieg, ist laut Statistik vor allem auf den deutlichen Anstieg der Bagatellunfälle (9352 gegenüber 9139 in 2008) zurückzuführen. Die Zahl der Schwerverletzten hingegen sank mit 255 (2008 noch 260) auf einen absoluten Tiefststand.

Sorgen macht der Polizei nach den Worten von Polizeioberrat Jürgen Marten, Leiter der Direktion Verkehr, die Tatsache, dass bei den 2009 verunglückten 205 Jungen und Mädchen (2008: 190) zunehmend Kinder als Fußgänger in Unfälle verwickelt wurden; hier stieg die Zahl von 56 auf 75 stark an. Positiv hingegen verläuft die Entwicklung bei den Fahrrad fahrenden Kindern, die Anzahl der Verunglückten reduzierte sich von 81 auf 78. Drei Viertel aller Kinderunfälle ereigneten sich in der Freizeit, 45 auf dem Schulweg. Auch in diesem Jahr, kündigte Marten an, machten Sicherheitsberater Kinder und Jugendliche in Schulen und Kindergärten fit für den Straßenverkehr. An die Eltern appelliert er, mit ihren Söhnen und Töchtern den sichersten Schulweg festzulegen sowie Schul- und Heimweg so zu planen, dass kein Zeitdruck entsteht.

Auf hohem Niveau, so Polizeihauptkommissar Gerd Brendel von der Führungsstelle der Direktion Verkehr, blieb die Zahl der verunglückten Fahrradfahrer mit 625, fünf weniger als 2008. Schwer verletzt wurden dabei 86 Radfahrer (92). Hier setzt die Polizei verstärkt auf Prävention schon bei den Schulkindern. Die Zahl der verunglückten Fußgänger stieg um rund 24 Prozent von 230 noch 2008 auf 284 im vergangenen Jahr an; besonders betroffen waren Kinder und Senioren - von letzteren verunglückten 2009 insgesamt 255 (229). Häufige Unfallursachen seien in dieser Gruppe Fehler beim Parken oder beim Einfädeln in den fließenden Verkehr. Die Zahl der verunglückten Mofa-, Moped- und Motorradfahrer sank von 197 auf 168.



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