Von Kerstin von Kalckreuth, 08.02.10, 21:23h
„Ich war dafür am vergangenen Donnerstag bei der Haie-Sitzung. Ein paar kölsche Tön muss ich in der Session einfach hören“, schmunzelt der gebürtige Leverkusener, der seit Juli 2006 als Manager beim FC Augsburg arbeitet. Der Zweitligist steht zum ersten Mal überhaupt in einem Pokal-Viertelfinale. „Ich glaube nicht, dass wir hoch gegen den FC gewinnen“, sagt Rettig und lacht. „Im Ernst: Wenn ein Zweitligist gegen einen Erstligisten antritt, dann ist letzterer in der Regel der Favorit - aber nicht immer muss ja der Favorit auch gewinnen.“ Für die Kölner wäre der Einzug ins Halbfinale - auch finanziell - bedeutsam. Für die Augsburger wäre es „ein Meilenstein“. Rettig: „Wir haben einen Etat von unter 20 Millionen Euro. Jetzt stehen 2,2 Millionen Euro an Einnahmen auf dem Programm. Da brauche ich wohl nicht zu sagen, wie wichtig dieses Geld für die Planung der kommenden Saison ist.“ Vor allem, wenn der Mannschaft des anderen Ex-Kölners in Augsburg, Trainer Jos Luhukay, tatsächlich der Aufstieg in die Bundesliga gelingen würde.
Seit fünf Spielen sind die Bayern aus der Puppenkisten-Stadt ungeschlagen, in der Liga stehen sie auf Rang drei. Im Pokal haben sie mit dem SC Freiburg schon einen Erstligisten aus dem Wettbewerb befördert. „Es wäre natürlich toll, wenn wir unseren Tabellenplatz halten könnten“, sagt Andreas Rettig, „aber im Gegensatz zu einigen Mitbewerbern stehen wir nicht unter dem Druck, aufsteigen zu müssen.“ Eigentlich war dieses Vorhaben langfristiger angelegt. „Wir wollen in zwei bis drei Jahren ein ernsthafter Kandidat für den Aufstieg sein“, erzählt der Manager. Er findet, dass die Voraussetzungen beim FCA stimmen: Der Stadionneubau sei schon jetzt erstklassig und - das betont Rettig - nicht „auf Pump“ finanziert. Die Stadt sei groß genug und der FC Augsburg ein Verein mit Tradition.
Im Moment lebt die Mannschaft vor allem von Torjäger Michael Thurk. „Der Trainer hat ihm vom ersten Augenblick an totale Rückendeckung gegeben und das hat er gespürt“, sucht Rettig nach dem Grund für die beeindruckende Treffsicherheit des früheren Frankfurters. 19 Tore stehen für Thurk in dieser Zweitliga-Saison schon zu Buche. Bielefelds Trainer Thomas Gerstner empfahl den 33-Jährigen jüngst gar für die Nationalelf. „In der von Jogi Löw betreuten Mannschaft sehe ich ihn eher nicht“, lacht Rettig: „Das hat uns schon amüsiert.“
Den FC verfolgt der Manager natürlich auch im fernen Bayern. „Sie haben die Kurve gekriegt“, hat er festgestellt, „leider für uns zum falschen Zeitpunkt.“ Überhaupt gefällt Rettig die jüngste sportliche Entwicklung der Mannschaft von Zvonimir Soldo: „Wenn man bedenkt, wie hart umkämpft es in der Bundesliga ist und wie viele Mannschaften inzwischen international ausgerichtet sind, dann macht der FC das ganz prima. 25 Punkte zu diesem Zeitpunkt - das ist schon was.“
21. Spieltag: FC besticht beim 3:3 durch tolle Moral
Abpfiff: Glückloses Debüt eines Superstars in Köln
21. Spieltag: Bayer patzt, Bayern siegt
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige