Arbeiten an der Stelle, wo einst das Kölner Stadtarchiv stand (Bild: Gauger)
Arbeiten an der Stelle, wo einst das Kölner Stadtarchiv stand (Bild: Gauger)
Köln -
Die offenbar gefälschten Baubelege für die KVB-Grube am Waidmarkt, in die das Stadtarchiv stürzte, haben die Ermittler nach Rundschau-Informationen auf die Spur von Eisendieben gebracht. Die auffällig identischen Belege, die eigentlich exakt die Maße und Massen der Materialen für alle Abschnitte der Betonarbeiten hätten protokollieren müssen, dienten offenbar zur Vertuschung. Ein Arbeiter, der am Bau der Wände beteiligt war, hat nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" nun Schlamperei eingestanden. Auf Geheiß des Poliers seien Eisenbügel für die Armierung der Betonwände nicht eingebaut, sondern an einen Schrotthändler verkauft worden. Der Polier habe dies jedoch bestritten. Laut dem Bericht soll die Wohnung des Mannes durchsucht worden sein. Oberstaatsanwalt Günter Feld wollte diese Darstellung gestern jedoch weder bestätigen noch dementieren. Es gebe keinen ursächlichen Zusammenhang zu dem Einsturz. Die aktuellen Untersuchungen hängen nach Informationen der Rundschau mit den Razzien im Januar zusammen. Büros der mit dem Bau beauftragten Arbeitsgemeinschaften sowie Privatwohnungen von Arbeitern waren durchsucht worden, nachdem die KVB die verdächtigen Abrechnungsbelege an die Staatsanwaltschaft weitergereicht hatten. Weil es nach aktuellem Stand der Ermittlungen nicht um die Einsturzursache geht, sondern allein um einen Abrechnungsbetrug zu Lasten der KVB, werden die Ermittlungen in einem gesonderten Verfahren geführt. Zu den aktuellen Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Abrechnungsbetrug oder zu einem möglichen Zusammenhang mit dem Einsturz des Stadtarchivs und zweier Wohnhäuser im März vorigen Jahres, bei dem zwei Menschen starben, wollten die KVB gestern Abend auf Anfrage keine Stellung nehmen.