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Willibert Pauels

Pappnas in der Wüste von Galiläa

Von Guido Wagner, 09.02.10, 15:05h, aktualisiert 09.02.10, 15:23h

Am Wochenende läuft der zweite Film über den "Frommen Jeck" Willibert Pauels. Den Zuschauer erwarten im filmischen Porträt des Diakons und Büttenclowns viele Gegensätze und unerwartete Brückenschläge.

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Am Montagabend ist der neue Film des Diakons und "Büttenclowns" Willibert Pauels vorgestellt worden. (Bild: Daub)
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Am Montagabend ist der neue Film des Diakons und "Büttenclowns" Willibert Pauels vorgestellt worden. (Bild: Daub)
Mit der Pappnas auf einem Kamel in der galiläischen Wüste, kurz darauf auf der Kanzel seiner Heimatpfarrei im bergischen Wipperfeld; Einmarsch als "Bergischer Jung" in den Kölner Sartory-Saal, wenig später auf der Suche nach der inneren Einkehr als Jakobspilger im Sauerland. Der zweite Fernsehfilm über den "Frommen Jeck" Willibert Pauels, der am Karnevalswochenende im WDR-Fernsehen zu sehen sein wird, lebt von solchen Gegensätzen. Ebenso wie von unerwarteten Brückenschlägen, und das längst nicht nur im Rheinland. Ein Jahr lang hat Gisbert Baltes, der bereits 2008 ein filmisches Porträt über den Diakon und Büttenclown geschaffen hat, zusammen mit Lothar Schröder den "Bergischen Jung" Willibert Pauels mit der Kamera begleitet.

Wechsel zwischen Clown und Diakon

Dabei haben die beiden Verbindungen geschaffen, die so erfrischend unerwartet wie auf den zweiten Blick einleuchtend sind. Das orthodoxe Kloster in der Wüste von Galiläa ist da nur eine Überblendung von der Andacht mit Ludwig Sebus vor der Schwarzen Madonna in der Kölner Kupfergasse entfernt, die ihrerseits nur einen Steinwurf entfernt vom Karneval in der nächsten Kneipe liegt. Im steten Wechsel zwischen Clowns-Melone und dem Birett des katholischen Diakons zeigt Pauels, dass all das im Inneren fest zusammengehört, an all diesen Orten Menschen nach innerer Freiheit suchen. Und zu der verhilft bekanntlich auch das Lachen. Ganz nach dem Motto des Frommen Jecks: "Wenn der Mensch lacht, ist er frei wie ein Engel." Die filmische "Reiseroute" mit reichlich nordrhein-westfälischer Heimatkunde ergibt sich bisweilen aus scheinbar nebensächlichen Details.

So führt eine gestiftete Kirchenbank aus der Kapelle des oberbergischen 43-Seelen-Dörfchens Rom zur Siegburger Abtei auf dem Michaelsberg, wo Pauels den Schauspieler Ernst Herbert Hilbich trifft, der vom Papst spricht. Und schon befindet sich der Zuschauer mit Pauels im Petersdom.

Kurzweilig sind nicht nur Pauels' ebenso tiefsinnige wie humorvolle Erklärungen auf der Reise durch die Welt, sondern auch seine Begegnungen: ob er mit Reiner Calmund in der Kneipe über den Rosenkranz spricht, mit der israelischen Popsängerin Liel vis-à-vis von Jerusalem das Lied der goldenen Stadt singt, mit Gisbert Baltes auf den Berg der Seligpreisungen raufkraxelt oder in der philosophischen Tafelrunde mit Dr. Eckart von Hirschhausen, Jürgen Becker, Manfred Lütz und Pfarrer Franz Meurer über Religion, Spargel und Klerus debattiert. Ergreifend ist sein Auftritt beim Deutschen Kinderhospiztag im Düsseldorfer Landtag.

Der Film blendet Schattenseiten des Lebens ebenso wenig aus, wie es Pauels auf der Bühne tut. Aber: Ob Pauels im Karneval über den Tod von Fußballer Robert Enke spricht oder in seiner Heimatpfarrei über Hoffnung predigt - schnell wird deutlich, dass der Spagat zwischen Bütt und Kanzel für Pauels eigentlich keiner ist. Konzentriert zeigt das die Wipperfelder Wallfahrt nach Nievenheim, an der Pauels schon seit Kindertagen teilnimmt - und die natürlich mit einem Witz in der "Kneip jejenüvver dr Kirch" endet. "Das kleine Wunder passiert in den Herzen der Menschen: Ich habe noch keine Nievenheim-Wallfahrt erlebt, die nicht von einer Fröhlichkeit getragen war."

Gesendet wird

"Der Fromme Jeck II - Ne Bergische Jung im Heiligen Land ..." am Freitag, 12. Februar, von 22 bis 23 Uhr im WDR-Fernsehen. Wiederholung: Sonntag, 14. Februar, um 18.10 Uhr.



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