Schriftgröße

OB will Kulturentwicklungsplan für die Region

Von DIETER BROCKSCHNIEDER, 24.02.10, 07:18h

Der Oberbürgermeister nah dran an den Bürgern: So schickt Jürgen Nimptsch mehrmals täglich Kurzmitteilungen per Handy rund (twittern). Am 19. Februar etwa zwitscherte er um 4.51...

BONN. Der Oberbürgermeister nah dran an den Bürgern: So schickt Jürgen Nimptsch mehrmals täglich Kurzmitteilungen per Handy rund (twittern). Am 19. Februar etwa zwitscherte er um 4.51 Uhr (!): „Mit der gestrigen Ratsentscheidung legt die Stadt Bonn die Hand auf das Kongresszentrum. Das war ein starker Schritt“. Warum macht er das? „Ich twittere, weil eine zunehmende Zahl von jungen Leuten diese modernen Kommunikationsmittel nutzt“, sagte er am Montagabend beim Bürgerdialog im Kunstmuseum - direkt und ohne Umwege übers Mobiltelefon zu etwa 100 Zuhörern. Mit verschmitztem Lächeln gab er gleichzeitig zu, dass nur die Hälfte seiner Twittermeldungen von ihm stammt, bei der anderen drückt ein Mitarbeiter des Presseamtes auf die Tasten des Blackberrys. Auf den Internetplattformen Facebook und Xing ist Nimptsch auch zu finden.

Im Kunstmuseum hingegen saß er leibhaftig und ließ sich zunächst von dessen Intendanten Stephan Berg und Volkshochschuldirektorin Ingrid Schöll interviewen, bevor sich die Zuhörer zu Wort melden durften. So wollte Berg wissen, ob denn die geplante Bürgerbefragung das widerspiegle, „was wirklich wichtig ist“. Nimptsch erklärte, vorher sollten per Stichprobe 400 Bonner Themen nennen, zu denen sich die Bevölkerung bei der Umfrage äußern sollte. Da wird es dann zum Spagat, denn gleichzeitig sollten „die Bürger nicht den Eindruck bekommen, der OB will die Verantwortung abschieben“. Die Entscheidung fällt letztlich der Stadtrat, „und der muss den Mut haben, anders zu votieren als die Bürger wollen. Das ist doch besser, als heimlich zu agieren.“ Denn man träfe die Wähler am meisten, wenn man sie nicht teilhaben ließe.

Klar, dass an einem Ort wie dem Kunstmuseum die Kultur eine große Rolle an diesem Abend spielte. Nimptsch plädierte energisch dafür, Beethoven als Dachmarke zu etablieren, weil Beethoven gleich Arbeitsplätze gleich Wohlstand bedeute. Der OB warnte davor, angesichts der Planungen für ein Festspielhaus darüber zu diskutieren, dass dann dem Kunstmuseum Geld weggenommen werde. 161 Euro gebe Bonn pro Kopf im Jahr für Kultur aus, in anderen kreisfreien Städten seien es 67 Euro. Auf der anderen Seite lasse jeder Tourist, der wegen Beethoven komme, 20 bis 50 Euro pro Tag in der Stadt. 3,8 Millionen Euro gebe Bonn für seine kommunalen Büchereien aus - „das macht keine Stadt in dem Umfang“. Deswegen habe ein Gutachter ja vorgeschlagen, zwei Zweigstellen der Bibliothek zu schließen.

Der OB kündigte weiter an, er wolle mit den Nachbarkommunen über einen regionalen Kulturentwicklungsplan verhandeln. Denn Bonn unterhalte ein „hoch subventioniertes Theater“, auch für Zuschauer aus Gemeinden, „die zum Erhalt des Theaters nichts beitragen.“ Wer abends in die Oper komme, „der fährt danach gleich wieder weg, das rechnet sich nicht“. Ingrid Schöll stellte sich schwierig, da Geld einzufordern. „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der sich an die Tür der Oper gestellt und gesagt hat, wir brauchen Deinen Obolus, weil Du aus Königswinter kommst.“

Im anschließenden kurzen Gespräch mit den Bürgern, sagte der OB deutlich, dass die Stadt keine 40 Millionen Euro für den Abriss der Südüberbauung aufbringen könne. Das Problem müsse im Zusammenhang mit der europaweiten Ausschreibung des Bahnhofsareals gelöst werden.



Die Kölnische Rundschau im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Rundschau-Aktion


Rundschau-Serie


Bildergalerien


Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Kino & Film - Suche


Rundschau-Service


Rundschau-Forum


Rundschau-Service


Lokalsport


RHEINLAND WETTER


Top-Links (Anzeige)


Ihre Top-Artikel



Extra


Dienste