Erstellt 01.03.10, 19:34h, aktualisiert 02.03.10, 21:37h
Zweitens würde die Vorbereitung des Bürgerentscheids wegen besonderer formaler Anforderungen mindestens zwei Monate dauern. Das habe nichts mit Trickserei zu tun, wie neben Oberbürgermeister Jürgen Roters auch Kahlen unterstrich, sondern mit strikten formalen Rahmenbedingungen, die sich die Stadt selbst gegeben habe: „Bei Wahlen gilt: Qualität geht vor Schnelligkeit.“ In der Satzung zum Bürgerbegehren sei festgelegt, dass die Stadt jedem stimmberechtigten Bürger (das sind 771 000) ein Informationsheft zusendet. Dieser Druckauftrag umfasst ein Auftragsvolumen bis zu 700 000 Euro und müsse europaweit ausgeschrieben werden, wofür allein eine Frist von fünf Wochen zu veranschlagen sei. Es gebe zudem erhebliche Engpässe in den Druckereien vor der Landtagswahl.
Für die Initiatoren des Bürgerbegehrens indes hängt viel vom Datum ab: Am Tag der Landtagswahl könnte sie weitaus mehr Bürger mobilisieren als an einem Termin kurz vor den Sommerferien, den die Stadtverwaltung für machbar hält. Denn soll ein Bürgerbegehren erfolgreich sein, muss es nicht nur die Mehrheit der Abstimmenden, sondern auch das Votum von 20 Prozent der Stimmberechtigten erhalten. Diese Hürde ist naturgemäß in Großstädten sehr hoch, und an ihr scheiterten bislang 87,5 Prozent aller Bürgerentscheide in NRW-Städten über 500 000 Einwohner.
Kulturdezernent Georg Quander hofft, dass es nicht zur Revision des Neubau-Beschlusses kommt: „Dann müssten wir bei Null anfangen, und das wäre für die Bühnen eine Katastrophe.“ Für Quander kommt es nun darauf an, „ob wir eine Verzögerung von ein paar Monaten (bei Misserfolg des Bürgerentscheids, d. Red.) oder von ein paar Jahren bekommen“. Immerhin, so der Dezernent, können die Architekten so lange weiterplanen, bis der Rat über das Bürgerbegehren entschieden hat. Macht er es sich mehrheitlich zu eigen, wird auf Sanierung umgeschwenkt, ansonsten entscheiden die Bürger. (AS / Wi.)
bürgerbegehr
02.03.2010 | 16.58 Uhr | algebra
neulich stand ein listenführer zur "schauspiel-sanierung" vor der philharmonie und lockte leute zur unterschrift. er sagte da - sinngemäß - zu den…
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