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Jochen Ott

Kaffeeplausch gegen die Parteilinie

Von Wilfried Goebels, 01.03.10, 21:06h, aktualisiert 02.03.10, 08:23h

Der Kölner SPD-Chef Jochen Ott hat sich mit der Linken-Landeschefin Katharina Schwabedissen zum Kaffee getroffen und damit Kritik von der NRW-Parteiführung auf sich gezogen. Ott hingegen verteidigt das Treffen, zu dem er kein Mandat hatte.

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Jochen Ott (Bild: dpa)
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Jochen Ott (Bild: dpa)
DÜSSELDORF - Der Kölner SPD-Chef Jochen Ott provoziert gerne mal. Mit einem Rundschau-Interview im September letzten Jahres sorgte er schon für Ärger in der eigenen Partei. Einen Schulterschluss mit den Linken könne er sich gut vorstellen: „Als jemand, der 35 Jahre alt ist, habe ich keine Lust mehr, mir die Diskussion über Mauerschützen anzuhören“, sagte Ott damals. Vor ein paar Tagen hat er sich nun mit der Linken-Landeschefin Katharina Schwabedissen zum Kaffee verabredet, um sich kennen zu lernen. Abgesprochen mit der NRW-Parteiführung war das nicht. Landeschefin Hannelore Kraft war über das Treffen erbost, heißt es in SPD-Kreisen. Das sei gegen die Parteilinie.

Ott selbst verteidigte das Treffen, das laut Schwabedissen auf seinen Anruf hin stattfand. Er halte es für richtig, dass man mit einem politischen Gegner spreche, wenn man ihn kennen lernen wolle. Aus dem Gespräch habe er den Schluss gezogen, dass die „Linke weder regierungswillig noch regierungsfähig ist“. In der NRW-SPD wird deutlich gemacht, dass Ott kein Mandat für Gespräche mit der Linken gehabt habe. Kraft sei vorher nicht informiert worden.Dass mit Ott ein SPD-Vize mit der Linken gesprochen habe, sei nicht tolerierbar.

CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid sieht in der Tatsache, dass das engste politische Umfeld von Frau Kraft mit der Führung der Linkspartei verhandelt, eine neue Qualität. Mit den „Sondierungsgesprächen bereitet die SPD einen Wahlbetrug vor“, sagte Krautscheid. FDP-Fraktionschef Gerhard Papke warf der SPD vor, ein „rot-rot-grünes Linksbündnis zur gemeinsamen Machtübernahme in NRW“ vorzubereiten. Linken-Vize Klaus Ernst forderte die SPD auf, ein klares Bekenntnis zur Option einer rot-rot-grünen Landesregierung abzulegen.

Kölns CDU-Chef Jürgen Hollstein beurteilt Otts Gespräch mit der Linken-Parteichefin allerdings völlig anders: „Spätestens jetzt ist die Katze aus dem Sack. Der Vorsitzende der Kölner SPD will offenbar gemeinsame Sache mit den Kommunisten machen“, sagte der Landtagsabgeordnete. Selbst SPD-Mitglieder hätten ihm signalisiert, dass sie so etwas nicht gut fänden. (EB / dpa)



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