Von DÖRTE STAUDT, 06.03.10, 07:09h
Kuhne bereicherte das Publikum schon häufiger in diesem Haus mit ihren Darstellungen einer nicht mehr ganz jungen, gebrochenen Frau: in dem Peter-Hacks-Stück Ein Gespräch im Hause Stein oder in Mathematik der Liebe von Esther Vilar. Faszinierend ist auch jetzt wieder ihr Mienenspiel zu lesen, in dem sich mädchenhaftes Kichern und tiefste Verzweiflung, schroffe Ablehnung und überschäumende Lebensfreude spiegeln. Ihr Gegenüber, der Schauspieler Guido Renner, der in Köln aus dem Theater der Keller bekannt ist, spielt jungenhaft sympathisch die Rolle des glücklosen Tanzlehrers Michael Minetti.
Gemeinsam faszinieren sie in dieser nur auf den ersten Blick leichten Tragikomödie. Die wenigen Requisiten im Bühnenbild, sie würden sie gar nicht benötigen. Mit ihren Tanzstunden, die wie die Stimmung auf der Bühne vom lauten Swing über den erotischen Tango zum letzten, langsamen Blues wechseln, könnten sie ihr Publikum auch auf jeder nackten Briefmarkenbühne in Bann halten. Zum Schluss bleibt verstohlenes Tränentupfen.
Weitere Aufführungen gibt es auf der Bühne in Haus Birkenried, Hohner Straße 13, am 6. 11., 12., und 13. März sowie am 8., 9., 10., 15., 16. und 17. April, jeweils 20 Uhr. Karten à 15 Euro sind im Floristik-Studio Buchner oder unter 0 22 47 / 49 97 erhältlich.
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