Von LARS HEYLTJES, 06.03.10, 07:06h
Eine Baustraße sollte vom Supermarkt bis zur Baustelle führen, um die Belastung für die Anwohner Am Geus Garten möglichst gering zu halten. Die ersten Maschinen und Sandladungen sind eingetroffen, doch die Baustraße existiert nicht. Dabei sind im grünen Gras die Markierungen bereits fertig abgesteckt.
Eine Einigung ist bislang
ausgeblieben - Straße
kann noch kommen
Auf die Bewohner kommt einiges zu. Ein Regenwasserkanal ersetzt die Mischwasservariante, das Wasser soll in den Osenauer Bach eingeleitet werden. Anschließend sind laut Schachtmeister Wolfgang Bödecker Versorgungleitungen an der Reihe: Die Straße ,Am Geus Garten wird ausgebaut und dann als Baustraße genutzt. Zusätzlich müssen wir einen Kanal für die Entwässerung der Neubaufläche legen. Das wäre nicht nötig, wenn es die angedachte Baustraße gäbe, so der Polier.
Verantwortlich für die fehlende Zufahrt ist der Erschließungsträger, die Gebig Immobilien- und Projektentwicklungsgesellschaft. Bürgermeister Wolfgang Roeske hat das Problem zur Chefsache erklärt: Wir haben die IGP mehrfach auf die abgelaufene Frist hingewiesen, doch schriftliche Kontakte und Telefonate haben nichts gebracht. Wir werden uns vorbehalten, Schadensersatz zu fordern. Eine traurige Angelegenheit. Er will persönlich immer mal wieder die Situation vor Ort prüfen und bittet die Bürger, sich bei Störungen im Rathaus zu melden.
Die Verhandlungen der IGP mit dem Eigentümer des Geländes zwischen Supermarkt und Am Geus Garten liegen derzeit auf Eis. Noch ist die geplante Wegführung laut Besitzer Johannes Krämer nicht ad acta gelegt. Zur Zeit prüften Gutachter, ob das Regenwasser aus dem Kanal überhaupt in den Osenauer Bach eingeleitet werden dürfe. Krämer: Die Straße könnte noch kommen. Es liegt in der Hand der Gemeinde, mit dem Bauträger eine Einigung zu erzielen.
Anwohner Paul Staeck ist bedient. Seit mehr als 30 Jahren lebt er in Osenau, so langsam verliert er die Lust: Das ganze erinnert mich an eine Partie Monopoly. Odenthal entwickelt sich zur demokratiefreien Zone, so Staeck, der einen geplatzten Deal mit Baugrundstücken hinter den gescheiterten Gesprächen vermutet. Bürgermeister Roeske winkt ab: Das kann ich nicht bestätigen.
Als Johannes Boskopf vor fünf Jahren nach Odenthal zog, schätzte er vor allem die unberührte Natur vor der Haustüre. Er wohnt genau am Ende der Straße, hier haben die Tiefbauer ihr Basislager eingerichtet. Bereits in der ersten Woche hat er den Rüttler kennen gelernt, der bis zu dreimal täglich eine imposante Geräuschkulisse bietet. Neben schwindender Natur und Lärmbelästigung hat Boskopf noch eine Sorge: Ich habe Angst um meine Kinder. Auf der Straße passen zwei Pkw kaum aneinander vorbei.
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