Von Ralf Arenz und Daniel Schnettler, 07.03.10, 22:49h, aktualisiert 08.03.10, 14:49h
Vor nicht allzu langer Zeit galt Ford noch als hoffnungsloser Fall. Wie seine beiden Detroiter Nachbarn General Motors (GM) und Chrysler kämpfte der Konzern mit falschen Modellen, veralteten Werken sowie überbordenden Gesundheits- und Pensionskosten. Jahr für Jahr liefen Verluste auf, immer mehr Kunden wandten sich ab. Das Ende schien nahe.
2006 begann die Wende. Bill Ford, Urenkel des legendären Konzerngründers Henry Ford, trat nach fünf glücklosen Jahren als Konzernchef zurück. Es übernahm nicht nur ein familienfremder Manager das Steuer, sondern ein branchenfremder: Alan Mulally, der 37 Berufsjahre bei Boeing verbracht hatte.
Kein Stein blieb auf dem anderen: Mulally strich zehntausende von Stellen, schloss mehr als ein Dutzend Werke und stieß unrentable Töchter ab - etwa Jaguar, Land Rover und Volvo. Dutzende hochrangige Manager mussten gehen. Um an Geld zu gelangen, belieh Mulally alles, was noch Wert hatte, sogar das weltberühmte blaue Firmenlogo.
Obendrein nahm sich Mulally ein Beispiel an der asiatischen Konkurrenz, die mit sparsamen Autos die US-Käufer reihenweise zum Umsteigen bewegte. Dabei holte er sich Hilfe aus Köln. Die Ingenieure dort, zuständig für die kleinen und mittelgroßen Autos des Konzerns, hatten schon lange den Kampf gegen die Asiaten aufgenommen - und bis dato die Oberhand behalten. Der in Deutschland entwickelte Kleinwagen Fiesta kommt - angepasst an die Besonderheiten der jeweiligen Märkte - auch in den USA und in Asien auf den Markt. Bei Tests hat der Fiesta die amerikanischen Kunden bereits begeistert. Auch der neue Focus, der Anfang des Jahres in Detroit und jetzt auch in einer Kombi-Version auf dem Autosalon in Genf vorgestellt wurde, wird weltweit verkauft. Ende des Jahres laufen gleichzeitig in Saarlouis und im amerikanischen Michigan die Bänder für das neue Modell an.
Der generalüberholte Konzern schrieb 2009 trotz Wirtschaftskrise erstmals seit 2005 wieder Gewinn, immerhin 2,7 Milliarden Dollar. In Europa gibt es seit sechs Jahren schwarze Zahlen. Für 2009 wurde ein Vorsteuergewinn von 86 Millionen Dollar erzielt. Den Mitarbeitern kommt die Erholung zugute: In den USA stellt der Konzern schon wieder ein, in Europa hat Ford betriebsbedingte Kündigungen für dieses Jahr ausgeschlossen, in Deutschland gilt eine Beschäftigungsgarantie bis März 2011. (EB / dpa)
Leiharbeit: Neue Jobs bei Ford in Köln
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