Von DIETER BROCKSCHNIEDER, 09.03.10, 07:18h
Seit 2001 arbeitet die Hilfsorganisation hier. Zwar gebe es in Kambodscha einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung, doch viele Menschen lebten noch immer unterhalb der Armutsschwelle, litten an Unterernährung, die Kindersterblichkeit sei hoch, 75 Prozent der Bauern müssten mit einem US-Dollar pro Tag auskommen, berichtete Dieckmann nach ihrer Rückkehr im Gespräch mit der Rundschau.
In Kanat Toch, einem 7000-Seelen-Dorf am Fluss Sesan, will die Welthungerhilfe die Lage verbessern. Das heißt zuerst: Sauberes Wasser muss her. Brunnen wurden gebohrt, auf deren Pumpen das Logo der Bonner Organisation klebt. Auf großen Bildtafeln wurden simple Hygienehinweise (Hände waschen!) erklärt. Latrinen wurden gebaut, Reisfelder erhielten eine Bewässerungsanlage. Dann kam Ende September der Taifun Ketsana, der vieles, was mühsam errichtet worden war, vernichtete. Die Bewohner zeigten der Frau aus Bonn in ihren Stelzenhütten Wasserränder an den Wänden: Die Flut hatte die halbe Raumhöhe erreicht.
Jetzt, ein halbes Jahr später, ist vieles wieder repariert worden, die Brunnen fließen wieder, die Bauern haben Reispflanzen gesetzt und mit Saatgut der Welthungerhilfe Gemüse angebaut. Nun hoffen sie auf gute Ernte im Herbst.
Tran Be, die 51-jährige Bäuerin, die wegen der deutschen Frau nach Kanat Toch gekommen war, träumt davon, einen Büffel vor ihren Pflug spannen zu können, um die Reisfelder bewirtschaften zu können. Einstweilen betreibt die Mutter von sieben Kindern eine kleine Fischzucht und verkauft Jungfische an andere Fischteichbesitzer. Dieckmann: Dadurch hat sie ein zusätzliches Nebeneinkommen zu ihrem Gemüseanbau.
Es ist nicht mehr der tägliche Hunger, der die Menschen quält, sagte Dieckmann, die allerdings weiß, dass in Kanat Toch noch längst nicht alle hehren Ziele der Welthungerhilfe verwirklicht sind. Bildung zum Beispiel ist rar. Die meisten Bewohner sind Analphabeten. Der örtliche Regionalleiter der Welthungerhilfe wolle daher den Gouverneur der Region bitten, Lehrer aufs Land zu schicken. Die Präsidentin: Alle Gespräche im Dorf drehten sich um ein Thema: Die Kinder sollen Bildung haben.
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