BONN / SANKT AUGUSTIN. Der äußerst brutale Raubüberfall auf einen Getränkemarkt in Buisdorf soll von fünf Männern geplant und durchgeführt worden sein: Davon ist die Bonner Staatsanwaltschaft überzeugt, die gestern drei der mutmaßlichen Täter, 24, 28 und 33 Jahre, wegen versuchten schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt hat. Wer die anderen beiden Mittäter waren, konnte bis heute nicht ermittelt werden. Sicher ist, so der Ankläger, dass das Quintett am 26. Oktober 2009 - wenige Minuten vor dem Raubüberfall - in der Nähe des Tatortes ausgestiegen und in Richtung Getränkemarkt gelaufen ist. Während zwei Männer draußen Schmiere standen und das Fluchtfahrzeug bereit hielten, stürmten drei Täter das Geschäft: Als erstes wurde der 40-jährige Inhaber außer Gefecht gesetzt. Der jüngste Angeklagte soll ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und ihn mit einem Teleskop-Schlagstock niedergeknüppelt haben. Zwei weitere Männer, der 28-jähriger Angeklagte und ein Unbekannter, sollen die hinter einer Theke stehende Ehefrau des Inhabers angegriffen haben. Auf den Kopf der 36-Jährigen wurde wiederholt mit einer Metallstange eingeschlagen: Dabei wurde sie aufgefordert, den Tresorschlüssel herauszugeben. Was die Frau, laut Anklage, aus Angst um ihr Leben, auch getan hat. Auch soll sie den Tätern, die Probleme mit dem Tresor hatten, erklärt haben, wie er zu öffnen ist. Bevor die Männer jedoch zugreifen konnten - immerhin sollen rund 28 000 Euro Bargeld im Safe gelegen haben - machten die lauten Hilfeschreie des Inhabers die Täter nervös: Sie verließen umgehend den Laden und flüchteten in dem weißen Kombi in Richtung Bonn. Auch dabei wurden sie beobachtet. Mit der Fahndung und Observierung wurde ein mobiles SEK-Kommando beauftragt. Einen Tag später wurden die drei Angeklagten an der Kreuzung B 56 / A 560 verhaftet. Seitdem sitzen sie in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen haben sie sich bislang nicht geäußert. Die Eheleute mussten nach dem Überfall im Krankenhaus stationär behandelt werden: Sie erlitten massive Kopfverletzungen, die Ehefrau auch einen Nasenbeinbruch. Der Prozess vor dem Bonner Landgericht soll Mitte April beginnen.