Von Wolfgang Mrziglod, 10.03.10, 11:42h, aktualisiert 10.03.10, 12:15h
Große Augen machte er allerdings, als aus dem Zivilfahrzeug neben ihm plötzlich eine Polizeikelle auftauchte und für ihn die Fahrt erst einmal auf dem Rastplatz Frechen beendet war.
Nach einer intensiven Kontrolle erklärte ein Polizist die weiteren Maßnahmen: „Der Fahrer bekommt unser Rundumverwöhnpaket.“ Der Wagen wurde wegen einer Reihe von Mängeln zum TÜV geleitet, die Weiterfahrt untersagt. „Wir fanden überall Dinge, die nicht in Ordnung waren. Das fing bei den Lenk- und Ruhezeiten an und ging über Bremsen und Lenkungsspiel bis hin zu Schäden an der Achsaufhängung. Hinzu kommt das dichte Auffahren und laut Tachoscheibe war er auch zu schnell“, so der Beamte.
Seit 11 Uhr war die Autobahnpolizei gestern auf der Strecke zwischen Aachen und dem Kreuz Köln-West mit rund 80 Beamten im Einsatz. Neben den Streifenwagen waren auch Motorräder und Zivilwagen vom Verkehrsdienst und dem Einsatztrupp unterwegs, um nach Drogenkurieren Ausschau zu halten.
Unterstützt wurde die Polizei von mehreren Einsatztrupps des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) und drei Fahrzeugen des Zolls, der sich vor allem der Insassen von Kleintransportern annahm. Viele dieser Fahrer, so wurde erklärt, arbeiten nebenbei schwarz als Subunternehmer für Paketdienste, obwohl sie als Leistungsbezieher der Bundesagentur für Arbeit den Nebenjob anmelden müssten.
Kontrolliert wurde von den Beamten der eingesetzten Behörden nicht nur die Papiere und der technische Zustand der Fahrzeuge. Auf einer mobilen Waage wurden die Lastwagen im Bedarfsfall nachgewogen und bei allen gestoppten Lastzügen, viele darunter aus den osteuropäischen Staaten, wurde auch genau geprüft, ob die Ladung sicher verstaut und verzurrt war. In einigen Fällen musste umgepackt werden, weil nur eine Achsseite belastet war.
Der Kölner TÜV und auch die Dekra-Station in Frechen bekamen gestern einiges zu tun. Viele Fahrzeuge mussten vorgeführt und begutachtet werden, so Rolf Ollig, Leiter des Verkehrsdienstes der Kölner Autobahnpolizei.
Beendet wurde in Frechen auch die Fahrt eines Schwertransportes, der aus den Benelux-Staaten kam. Für den 22 Meter langen Zug hatte der Fahrer von seiner Spedition für Belgien und die Niederlande Ausnahmegenehmigungen besorgt, für die 60 Kilometer in Deutschland fehlte die 200 Euro teure Genehmigung für die Überlänge aber. Der mit Stahlträgern beladene Zug sollte ins Frechener Gewerbegebiet, musste aber seine Reise wenige hundert Meter vorher abbrechen. Dem Fahrer droht jetzt nicht nur eine Anzeige, seine Spedition musste auch nachträglich noch die Genehmigung beantragen, bevor es weiterging.
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