Von Markus Michalak, 10.03.10, 07:09h, aktualisiert 10.03.10, 11:58h
In Wiehl sorgte Oberth zuletzt 1984 für Wirbel, als das ehemalige Parteimitglied dem dortigen NPD-Parteitag ein Grußwort entrichtete.
Aber Oberth trug auch das Große Bundesverdienstkreuz und verschiedene Ehrendoktortitel, nach ihm ist ein Museum benannt, eine Gesellschaft zur Weltraumforschung - und eben das Kulturhaus in Drabenderhöhe. An den weltberühmten Siebenbürger erinnert hier bis heute eine Büste nebst Gedenktafel.
26 Jahre nach dem Eklat um das peinliche Grußwort für die Nationalisten fordert erneut ein Ratsmitglied die Umbenennung des Hermann-Oberth-Hauses. Damals war es die SPD (siehe Kasten), diesmal ist es Reinhard Birker (Die Linke). Sein Vorschlag: „Käthe Kollwitz“-Haus. Birker zitiert zur Begründung aus einer „Wählerfibel für ein Weltparlament“, ein Buch, das Oberth verfasst hat, und das 1983 erschienen ist.
Hermann Oberth wird hier unter anderem zitiert: „Zu empfehlen wäre, die Ärzte zu verpflichten, bei der Geburt eines behinderten Kindes den Vater über dieses Unglück zu informieren, und zu ermächtigen, dieses Geschöpf sterben zu lassen.“
Diese Fibel war auch Roswitha Köhlert, Fraktionsvorsitzende der Grünen, bislang nicht bekannt: „Diese Aussagen haben uns wirklich betroffen gemacht. Wenn das keine reine Reproduktion älterer Zitate ist, sondern wirklich aus den achtziger Jahren stammt, dann müssen wir auch gemeinsam den Mut haben, etwas zu unternehmen.“ So könne aus Köhlerts Sicht das Haus in „Kulturzentrum Drabenderhöhe“ umbenannt werden, unter völligem Verzicht auf den Namen Hermann Oberth.
Auch Rolf Gurbat, Fraktionsvorsitzender der FDP, findet, die Verwaltung solle überprüfen, ob die Zitate vom Namensgeber des Kulturhauses stammen und ob sie aus den achtziger Jahren sind. „Wir sollten aber keine übereilten Entscheidungen treffen.“ Gerhard Altz, Vorsitzender der CDU-Fraktion will sich vor der Ratssitzung nicht zum Thema äußern. Auch Karl-Ludwig Riegert (SPD) wollte uns vor der Ratssitzung nichts sagen.
Einen Rückzieher hat die Stadt Wiehl erst vor zwei Jahren wegen der NS-Vergangenheit eines anderen Namensstifters machen müssen: Bürgermeister Werner Becker-Blonigen räumte nach der Umbenennung des alten Schulplatzes in „Emil-Koch-Platz“ in Drabenderhöhe ein, dass man sich zu wenig mit dessen Leben beschäftigt habe. Die Lehrertätigkeit in Hespert „war nicht frei von Eifer im Dienste des nationalsozialistischen Systems“, begründete er damals die Rücknahme der Platztaufe durch den Rat.
Nicht frei von nazistischem Eifer klingt auch ein weiteres Zitat aus der „Wählerfibel für ein Weltparlament“: „Als Hitler unterlag, erhielt der Antinazismus Oberwasser und tat alles in Acht und Bann, was Hitler gelehrt hatte, sogar das Verantwortungsgefühl gegenüber Erbgesundheit.“
Umbenennung des Hermann Oberth Hauses
11.03.2010 | 07.49 Uhr | G.Bartesch
Es ist richtig das dass Oberth Haus in Drabenderhöhe umbenannt werden Muss. Wir alle sollten allerdings stets darauf achten das es nicht zu einem…
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22. April 2012,
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