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Kölner Oper

Das Herz schlägt im Palladium

Von Annette Schröder, 09.03.10, 20:10h

„Tapetenwechsel“ heißt das Motto für die Kölner Oper in der kommenden Spielzeit: Nach über einem halben Jahrhundert verlässt das Ensemble seinen Stammplatz am Offenbachplatz, der endlich saniert wird.

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Das Motto für die Kölner Oper in der kommenden Spielzeit heißt „Tapetenwechsel“. (Bild: dpa)
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Das Motto für die Kölner Oper in der kommenden Spielzeit heißt „Tapetenwechsel“. (Bild: dpa)
KÖLN - „Köln wird Oper“, verkündete gestern Intendant Uwe Eric Laufenberg. Nach der Ouvertüre bei der Expo in Schanghai (Wagners „Ring“) und dem „Don Giovanni“-Gastspiel in Peking rückt das musikalische Herz ins Rechtsrheinische: Zur zentralen Spielstätte avanciert das Palladium, wo es zum Auftakt am 17. Oktober „Elektra“ unter Leitung von Generalmusikdirektor Markus Stenz gibt.

Die Titelrolle singt Catherine Foster, ein neuer hochdramatischer Star am Bühnenhimmel; als Ägisth ist übrigens René Kollo zu erleben. Man darf gespannt sein, wie Regisseurin Gabriele Rech die einstige Maschinenbauhalle bespielen wird, die - so Laufenberg - „extrem lang ist und immer wieder neu bestimmt werden muss“.

Die Säle bieten neue Herausforderungen

Solche Herausforderungen gelten auch für Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ (Regie: Katharina Thalbach), Bergs „Wozzeck“ oder Mozarts „Entführung aus dem Serail“ (Premiere 26. November), die der Hausherr selbst in die Hand nimmt, am Pult sekundiert von Konrad Junghänel. Laufenberg plant für die nächsten dreieinhalb Jahre einen Mozart-Zyklus. Dazu zählt eine neue „Zauberflöte“, mit der René Zisterer sein Regiedebüt in Köln gibt, und zwar (11. Dezember) in der Aula der Universität, reaktiviert als frühere Opern-Ersatzspielstätte. Und dazu gehört auch Laufenbergs „Don Giovanni“, der als einziges Werk aus der aktuellen Saison ins Interims-Repertoire wandern kann: Für ausladende Bühnenbilder bietet die neue Spielstätte keinen Platz. Erst recht gilt das für das Gerling-Casino, wo Dietrich Hilsdorf Monteverdis „Poppea“ bearbeitet. Und das Gloria bietet der „Csárdásfürstin“ (die hier ein Mann ist) zwar einen kuscheligen, aber doch recht begrenzten Rahmen.

Den idealen Platz für die Grabkammer der beiden Liebenden in „Aida“ hat das Opernteam im Coloneum gefunden: Kasper Glarner kann sein Bühnenbild auf die überdimensionale Architektur des MMC-Filmstudios abstimmen, und auch die expressiven Kostüme von Christian Lacroix sollen vom Geist des Ortes inspiriert sein (15. Januar 2011).

Auch die Philharmonie zeigt ihre Gastfreundschaft mit konzertanten Aufführungen von „Troubadour“ (mit Anja Harteros als Leonore) und „Parsifal“. Barockfans bekommen ihr Bonbon mit Händels „Rinaldo“ im Gürzenich; noch versüßt von der britischen Händel-Spezialistin Patricia Bardon in der Titelpartie (30. April 2011).

Ein paar Schritte weiter ist Mitte Juli 2011 Saisonabschluss mit Carl Orffs „Carmina Burana“. Choreograf Royston Maldoom („Rhythm is it“) stemmt das Werk mit 150 Kölner Schülern auf dem Roncalliplatz. Doch das eigentliche Großereignis dieser Saison findet im Staatenhaus statt: die Uraufführung von Karlheinz Stockhausens „Sonntag“ aus seinem Monumental-Zyklus „Licht“, den Peter Rundel mit der MusikFabrik und dem spanischen Regieteam von „La Fura dels Baus“ realisiert.

Man glaubt Laufenberg aufs Wort, dass „es großen Spaß gemacht hat, diesen Spielplan zu erstellen, aber auch viel Mühe, die Orte zu finden“. Dort müssen die Stücke für jeweils rund ein Dutzend Vorstellungen en suite laufen; Wiederaufnahmen in der jeweiligen Saison sind nicht möglich. „Wir nutzen diese Phase kreativ“, so der Intendant, der freilich das Finale fest anpeilt: „Spätestens am Aschermittwoch 2014 müssen wir am Offenbachplatz wieder einziehen.“ Auch Kulturdezernent Georg Quander unterstrich, die Interimszeit sei keinesfalls verlängerbar und für die Bühnen nicht zumutbar.

Dieses Szenario droht aber, sollte die Planung für das Schauspielhaus wieder auf Anfang gestellt werden. Quander machte deutlich, dass eine Durchplanung der Sanierungsvariante - wie von den Initiatoren des Bürgerbegehrens gewünscht - rund ein Jahr in Anspruch nehmen und einen Millionenbetrag kosten würde.



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