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Neue KVB-Haltestellen

„Weniger wäre hier mehr gewesen“

Von Christian Deppe, 09.03.10, 21:29h, aktualisiert 10.03.10, 11:36h

Noch im Juli haben die Verkehrs Betriebe Köln eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität versprochen, sobald die neue Nord-Süd-Stadtbahn in Betrieb genommen werden könne. Davon ist aber noch nicht viel zu sehen.

Breslauer Platz
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Die Baustelle am Breslauer Platz. (Bild: Gauger)
Breslauer Platz
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Die Baustelle am Breslauer Platz. (Bild: Gauger)
Innenstadt - Die neue Nord-Süd-Stadtbahn werde Köln nach ihrer Inbetriebnahme „nicht nur unter der Erde, sondern auch oberirdisch eine spürbare und sichtbare Verbesserung der Lebensqualität bringen“, versprachen die KVB noch im Juli vorigen Jahres in ihrer Kundenzeitschrift „KölnTakt“ unter dem Titel „Große Chance für Kölner Straßen und Plätze“. Davon ist aber noch nicht viel zu sehen, von einer nennenswerten Aufwertung des Stadtraumes kann bislang oberhalb keiner der acht Haltestellen zwischen Breslauer Platz und Marktstraße die Rede sein.

„Über Tage“ bilden die Zugänge die Visitenkarten der unterirdischen Haltestellen. Sie werden mit unterschiedlichen Aufwand gestaltet. Am Breslauer Platz haben die Eingangsbauwerke eine städtebauliche Wirkung, da sie die ihnen vorgelagerten Platzflächen räumlich fassen sollen. Die drei Zugänge werden von bis zu sieben Meter hohen Betonsäulen dreiecksförmig gesäumt. Auf den Säulen wird später ein Dach ruhen, zwischen ihnen soll teilweise ein feines Metallgewebe gespannt werden, das auch als Wetterschutz dient.

Der Entwurf des Büros Büder + Menzel ist laut Architekt Manfred Menzel sowohl auf die Pläne einer späteren Erweiterung der Bahnanlage um zwei Gleise ausgerichtet, als auch auf die vorgesehene städtebauliche Neuordnung des Platzes und die Bebauung bis hinunter zum Rheinufer. Die entsprechende Rahmenplanung stammt ebenfalls von Büder + Menzel.

Die Meinungen über das für manchen völlig überdimensionierte Säulen-Ensemble gehen indes auseinander. „Der Breslauer Platz ist ein großer Raum, der auch eine große Inszenierung verträgt“, meint Baudezernent Bernd Streitberger. In den Augen des langjährigen Präsidenten des Bundes Deutscher Architekten (BDA), Kaspar Kraemer, dagegen wäre weniger mehr gewesen - „zumal die Bahnhofsvordächer von Bussmann und Haberer und diese Säulenarchitektur nicht zueinander passen“. Man frage sich, warum ein solches Thema an dieser Stelle aufgegriffen wurde, sagt Kraemer. Vor einem abschließenden Urteil gebiete es jedoch die Fairness, das Ergebnis auch der Platzgestaltung abzuwarten, meint der Fachmann.

Um die Eingriffe in die vorhandenen Platzflächen möglichst gering zu halten, wird einer der zwei Ausgänge an der nächsten Haltestelle Rathaus in das Erdgeschoss des so genannten Roten Hauses (Alter Markt 31-33) integriert. Es wurde für die Dauer der Bauarbeiten rückgebaut und soll später im alten Erscheinungsbild, aber mit neuem Nutzwert wieder aufgebaut werden und vom Rathausplatz wie vom Alter Markt aus erreichbar sein. Ein weiterer Zugang zu den Gleisen befindet sich am südlichen Rand des Alter Markt. Von diesen zwei Beispielen abgesehen, bestehen die Zugängen der anderen Haltestelle im Wesentlichen aus Treppenanlagen und Aufzügen mit entsprechenden oberirdischen Gehäusen.

Die Stadt bemüht sich nach den Worten von Baudezernent Bernd Streitberger gleichwohl darum, das Umfeld der Zugänge aufzuwerten, indem sie nach Abzug der Baustelleneinrichtung die Oberflächen-Wiederherstellung mit einer „Neusortierung“ der Areale verbindet. Fuß- und Radwegen soll bei der Planung mehr Raum gegeben werden, Stellflächen für Autos dagegen zum Teil wegfallen. Insgesamt strebe die Stadt eine eher ruhige, zurückhaltende, in den Materialien jedoch hochwertige Gestaltung der Flächen an. Die Verwaltung habe die entsprechenden Pläne bereits in der Schublade oder arbeite gerade daran, sagt Streitberger.

Wann die erste Baustelleneinrichtung für die Nord-Süd-Stadtbahn verschwinden wird, ist selbst in dem nicht vom Unglück betroffenen nördlichen Bauabschnitt noch nicht mit Sicherheit zu sagen. Derzeit geht man bei den KVB davon aus, dass die Zugangsbauwerke am Breslauer Platz Ende 2011 fertiggestellt werden.



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