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Kein Stollen unter der Asche

Von GISBERT FRANKEN, 10.03.10, 07:06h

Während die offizielle Politik sich momentan beim Thema „Deponie Klasse I“ vor allem beim Streit um die Frage verausgabt, wer was wann von den Plänen des BAV wusste...

OVERATH. Während die offizielle Politik sich momentan beim Thema „Deponie Klasse I“ vor allem beim Streit um die Frage verausgabt, wer was wann von den Plänen des BAV wusste oder nicht wusste, haben die Anwohner des Lüderich in Steinenbrück und im Sülztal andere Sorgen: Die Planung einer erweiterten Deponie auf Bergwerksgelände erzeugt hier Ängste: Abrutschende Halden, Wassereinbrüche, einstürzende Stollen, Strecken und Schächte gehören zu den Horrorszenarien, mit denen viele die Vorstellung einer Müllkippe für Kesselasche ausmalen.

Die Initiative „Das Sülztal stellt sich quer - keine Schadstoffdeponie in Steinenbrück“ erfreute sich rasanten Zulaufs bei ihrer Tatortbesichtigung am Sonntag. Trotz kurzfristiger Bekanntmachung konnte Paul Falk bei seiner Führung „Rund um die Deponie Lüderich“ 90 Teilnehmer begrüßen. Für Mittwoch (10. März, 16 Uhr ) und Samstag (13. März, 14.30 Uhr) sind weitere Informationswanderungen ausgehend vom Clubhaus des Golfplatzes angesetzt. Hier geht es vor allem um den Landschaftseingriff, den die Ablagerung von einer Million Kubikmeter Asche aus dem Avea-Müllofen Leverkusen zur Folge hätte: „Wenn dieser Plan genehmigt wird, kann das typische Landschaftsbild des Hochwaldes rund um den Lüderich nie mehr wieder hergestellt werden“, klagt Falk: Auf der 7,5 Hektar großen Fläche, die bis auf 236 über Normalnull angeschüttet werden soll, dürften nach Abdeckung keine Bäume mehr angepflanzt werden.

In einem Fragenkatalog an den Landrat haben die CDU-Kreistagsabgeordneten Uwe Pakendorf, Rainer Deppe MdL und Eduard Wolf offene Fragen gebündelt. In den 22 Punkten geht es unter anderem um die Menge der anfallenden Asche, um ihre Zusammensetzung und mögliche toxische Inhaltsstoffe sowie deren Wasserlöslichkeit und die Staubentwicklung. Aber auch die Frage der geologischen Aktivität des Untergrundes ist angesprochen. „Welche Folgen sind aufgrund von Bodenaktivitäten bezüglich der Dichtigkeit der Deponie zu erwarten?“

Der digitale Lageplan der Lüdericher Bergbaustollen, der dem Avea-Antrag zur Änderung der Deponie (Stand Oktober 2008) beigefügt ist, zeigt, dass die für die DK I vorgesehene Erweiterungsfläche im Westen des Deponieareals von keinerlei Stollen, Strecken und Schächten durchzogen wird. Die Bergwerksaktivitäten konzentrierten sich am östlichen Rand des Deponieareals, wo einst der so genannte Zentralschacht lag. Hier befinden sich auch die fünf Stollen (neuer und alter Lüderichstollen, neuer und alter Frühlingsstollen, Auguststollen), mit denen das Abbaugebiet im 19. Jahrhundert zunächst erschlossen worden war.



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