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Anfangsverdacht

Ermittlungen an Schule nach Anzeige

Von Markus Caris, 10.03.10, 13:24h, aktualisiert 11.03.10, 11:45h

An einer Schule in der Gemeinde Ruppichteroth wird derzeit aufgrund eines Missbrauchsverdachts ermittelt. Angeblich soll eine Lehrkraft eine damals Sechsjährige sexuell belästigt haben. Die Polizei zeigte sich bislang sehr zurückhaltend, die Lehrkraft wurde nicht suspendiert.

RUPPICHTEROTH - Mit einem Brief an die Eltern informierte gestern eine Schule der Gemeinde Ruppichteroth die Erziehungsberechtigten über einen möglichen Missbrauchsfall, der länger zurückliegt. Der Brief ist abgesprochen mit der Schulaufsicht für den Rhein-Sieg-Kreis, die von einem "Anfangsverdacht" spricht. Auch die Polizei zeigte sich sehr zurückhaltend, einerseits wegen der Gefühle des möglichen Opfers, andererseits, um eine in Verdacht geratene Lehrkraft nicht während der Ermittlungen in Verruf zu bringen.

Laut Polizei handelt es sich um einen Vorfall vor knapp zehn Jahren. Eine heute 16-Jährige habe ihn jetzt mit den Eltern angezeigt. Es handele sich nicht um eine Vergewaltigung, "eher um eine sexuelle Handlung", die für den Zeitraum August 2000 bis August 2001 angezeigt wurde, sagte Polizeisprecher Markus Grommes der Rundschau. Zum jetzigen Zeitpunkt der Ermittlungen könne man nicht allzu viel sagen. Die verdächtige Person werde nächste Woche angehört, ebenso wie ein weiteres ehemaliges Schulkind.

Die Lehrkraft sei nicht suspendiert worden, erklärte Schulamtsdirektorin Karin Brügelmann von der Schulaufsicht. Vielmehr sei die Person am Dienstag von den pädagogischen Aufgaben an der Schule entbunden worden und nun für Verwaltungsaufgaben im Schulamt des Rhein-Sieg-Kreises eingesetzt, "bis der Fall geklärt ist", so Brügelmann. "Und das ist Aufgabe der Polizei."

Dort bearbeiten Experten des auch auf Sexualdelikte spezialisierten Fachkommissariats 11 in Siegburg den Verdachtsfall. "Grundsätzlich nehmen wir solche Anzeigen sehr ernst und gehen sehr sensibel vor", erläuterte Polizeisprecher Grommes. Zu klären sei auch, ob es weitere Vorwürfe oder gar Vorfälle an der Schule gegeben habe. An Spekulationen oder Mutmaßungen auch darüber, warum die Anzeige so lange nach der Tat gestellt wurde, etwa im Zusammenhang mit der seit geraumer Zeit bundesweit vermehrten Aufdeckung von Missbrauchsfällen, wolle und dürfe sich die Polizei nicht beteiligen. Markus Grommes verwies abschließend auf die nächste Woche stattfindenden Vernehmungen, bei denen auch die in Verdacht geratene Person gehört werde.

Die Leitung der betroffenen Schule wollte sich nicht äußern und verwies auf die Schulaufsicht, deren Sprecherin Karin Brügelmann ist. Nach ihrer Auskunft wurde den Schülern der Brief an die Eltern in verschlossenen Umschlägen von der Schule aus mitgegeben. Darin stehe: "Wichtigstes Ziel bei solchen schlimmen Anschuldigungen und Vorwürfen ist es, so rasch wie möglich alles zu unternehmen, um die Kinder zu schützen." Und weiter: "Die Lehrkraft ist auch zu ihrem eigenen Schutz vom Unterricht befreit worden." Der Ruppichterother Bürgermeister Mario Loskill sagte der Rundschau, die Schule genieße einen guten Ruf. "Ich kann nur hoffen, dass die Sache schnellstmöglich geklärt wird, so dass man auch schnellstmöglich weiß, was die Wahrheit ist."



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