Von Wilfried Goebels, 10.03.10, 21:28h, aktualisiert 10.03.10, 21:29h
„Wir sind unseren eigenen Maßstäben nicht gerecht geworden“, sagte er reumütig. Er habe aber weder von den Offerten an Sponsoren gewusst noch habe es auf Parteiveranstaltungen Einzelgespräche gegen Bezahlung gegeben. Rüttgers gestand ein, es sei politischer Schaden entstanden, „weil dadurch der falsche Eindruck der Käuflichkeit entstanden ist“.
So leicht wollte die Opposition den Ministerpräsidenten aber nicht aus seiner Pflicht entlassen. SPD und Grüne verlangten vergeblich Einsicht in Terminmappen des Regierungschefs, aus denen deutlich werde, welche Gespräche geführt wurden. SPD-Fraktionsvize Norbert Römer sprach gar von einer „Schande für NRW“. An Rüttgers werde der Makel kleben bleiben, dass seine Partei das Amt des Ministerpräsidenten vermarkten wollte. Als unglücklich wurde in der Opposition vermerkt, dass SPD-Herausforderin Hannelore Kraft wegen eines Parteitermins den Angriff auf Rüttgers nicht selbst führen konnte. Für Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann hat Rüttgers „seine Glaubwürdigkeit verloren“. Unklar bleibe bis heute, ob Rüttgers die Praxis, Gespräche zu Geld zu machen, „bekämpft, geduldet oder befördert hat“.
Die Affäre kam ins Rollen, nachdem Sponsoren des CDU-Landesparteitags am 20. März in Münster in Werbebriefen ein Partnerpaket angeboten wurde. Bei Einzelgesprächen mit Rüttgers erhöhte sich der Angebotspreis um 6000 auf 20 000 Euro pro Stand. CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst wurde daraufhin verabschiedet, der zuständige CDU-Mitarbeiter versetzt.
Rüttgers warnte andere Parteien, beim Sponsoring dürfe niemand so tun, „als ob er über alle Zweifel erhaben sei“. Er nahm auch die wegen einer Spende des Saarbrücker FDP-Kreisvorsitzenden in die Kritik geratenen Grünen ausdrücklich in Schutz: „Zu sagen, die Partei der Grünen sei käuflich, finde ich genauso wenig erträglich.“
Er sprach sich zudem für eine Offenlegung der Sponsorengelder wie bei Parteispenden aus. CDU-Fraktionschef Helmut Stahl warf SPD und Grünen vor, sie wollten im Wahlkampf mit „vermeintlichen Skandalen Politik machen“.
Unehrliches Spektakel
11.03.2010 | 12.06 Uhr | quintus prior
Wenn nicht die Wahl vor der Tür stünde - die Sache wäre lange beerdigt. Alle Parteien haben sich dieses Sponsorings bedient. Dabei waren die…
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