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Schweinegrippe

Millionen Impf-Dosen lagern noch

Erstellt 11.03.10, 12:20h

Das EU-Parlament will wissen, wieso quer durch Europa viel zu viel Impfstoff gegen den Schweinegrippen-Erreger bestellt wurde. Die Bundesländer müssen die Kosten dafür tragen. NRW könnte auf Impfstoff für 50 Millionen Euro sitzen bleiben.

Impfstoff gegen Schweinegrippe
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Deutschland bleibt auf dem bestellten Impfstoff gegen Schweinegrippe sitzen. (Bild: dpa)
Impfstoff gegen Schweinegrippe
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Deutschland bleibt auf dem bestellten Impfstoff gegen Schweinegrippe sitzen. (Bild: dpa)
KÖLN. Sie ist fast völlig aus den Schlagzeilen verschwunden: Die Schweinegrippe. Jetzt untersucht das Brüsseler EU-Parlament, wieso fast ganz Europa viel zu viel Impfstoff gegen den Schweinegrippen-Erreger orderte, was die Steuerzahler noch viele Millionen kosten könnte.

Klar ist: Zum Zeitpunkt der Bestellung Mitte letzten Jahres galt die Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO), jeder Mensch, der sich impfen lassen wolle, brauche zwei Dosen. Um in Deutschland 25 Millionen Menschen impfen zu können - der international übliche Schlüssel besagt, dass für rund 30 Prozent der Bevölkerung Impfstoff gebraucht wird - , bestellten die Bundesländer 50 Millionen Dosen. Dann entpuppte sich die Grippe als weit weniger gefährlich als befürchtet, es reichte eine Dosis pro Person für die Immunisierung. Zugleich ließen sich nur wenige Deutsche impfen, in NRW gerade einmal 5,4 Prozent der Bevölkerung. Bundesweit gingen nicht einmal sechs Millionen Menschen zur Impfung.

Bereits Ende Januar einigten sich die Bundesländer mit dem Impftstoff-Hersteller Glaxo Smith Kline darauf, nur 34 Millionen Dosen abzunehmen müssen. Insgesamt zahlten die Länder 303,2 Millionen Euro für den Impfstoff - eine Einsprung von 113,3 Millionen gegenüber der ursprünglichen Bestellung.

Die letzten Impfdosen werden Anfang April ausgeliefert. Das Impfserum ist zudem zwei Jahre haltbar. Wenn sich das Virus nicht verändert, können sie noch genutzt werden. Thomas Spieker, Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums (Niedersachsen sitzt zurzeit der Gesundheitsministerkonferenz vor), verweist darauf, dass die WHO die Warnstufe 6 nicht zurückgenommen hat. Derzeit allerdings wurden in NRW seit Karneval nur 70 neue Fälle gemeldet, so das Gesundheitsministerium in Düsseldorf.

Berichten, nach denen es mit anderen Staaten Verträge gebe über den Weiterverkauf des Impfstoffs, widersprach Spieker. Dabei wären die Einnahmen willkommen. Denn die Länder müssen die Kosten tragen: NRW hatte rund zehn Millionen Dosen bestellt, aber nur 972 000 Menschen haben sich bisher impfen lassen. Auch wenn das Land letztlich nur 7,5 Millionen Dosen geliefert bekommt - auf Impfstoff für 50 Millionen Euro könnte NRW sitzen bleiben.

Ob der Bund in die Finanzierung einsteigt? „Die Hoffnung haben wir immer noch“, so Spieker. (sül)



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