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Elefanten-Baby

Freude nach neuntägiger Geburt

Erstellt 11.03.10, 12:12h, aktualisiert 11.03.10, 12:14h

In Sydney ist ein bereits tot geglaubtes Elefanten-Baby doch lebend zur Welt gekommen. Der kleine Bulle war im Geburtskanal stecken geblieben, seine Herztöne waren nicht mehr wahrnehmbar. Die Wärter hatten Tränen in den Augen, als die Todesnachricht kam.

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Schwere Geburt: Die Pflege kümmern sich um das Elefanten-Baby im Taronga-Zoo. (Bild: dpa)
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Schwere Geburt: Die Pflege kümmern sich um das Elefanten-Baby im Taronga-Zoo. (Bild: dpa)
SYDNEY. Ein 100-Kilogramm-Baby hat die australische Öffentlichkeit in Entzücken versetzt: Der tot geglaubte Mini-Elefant drängte allen Hiobsbotschaften zum Trotz ans Licht der Welt. Selbst der weltweit geschätzte und eigens eingeflogene Elefantenexperte des Berliner Zoos, Thomas Hildebrandt, lag mit seiner Diagnose daneben. Nach einer Ultraschalluntersuchung hatten er und die anderen Geburtshelfer dem Baby keine Überlebenschance mehr gegeben.

Dass das Kalb im Taronga-Zoo in Sydney dann doch lebend zur Welt kam, war nach Angaben des Zoos fast ein Wunder. Der Kleine war zwar zunächst schwach auf den Beinen, rappelte sich aber später auf und begann bei seiner Mutter „Porntip“ (18) zu trinken. Ihr Name ist thailändisch und bedeutet: Segen des Himmels. „Porntip“ war nach der schweren, neuntägigen Geburt wohlauf. „Sie entpuppt sich als hervorragende Mutter“, sagte Tierarzt Larry Vogelnest.

„Die anderen Elefanten sind aufgeregt und neugierig und stupsen den Kleinen mit ihren Rüsseln, wenn er nahe kommt“, teilte der Zoo mit. Am Montag hatte alles auf ein tragisches Ende der 22-monatigen Schwangerschaft hingedeutet. Das Kalb lag falsch im  Geburtskanal und kam nicht voran. Die Ärzte konnten keine Herztöne mehr feststellen, und das Fruchtwasser war trübe. Die anderen Elefanten wandten sich von „Porntip“ ab - alles Anzeichen, so Hildebrandt, dass das Baby gestorben war. Die Wärter hatten am Montag Tränen in den Augen, als die Todesnachricht kam. Im Internet entstand ein Kondolenzbuch, in dem Zoobesucher ihr Mitgefühl ausdrückten.

Inzwischen glauben Experten, dass der kleine Bulle wahrscheinlich im Koma lag und deshalb überlebte. „Wenn er bewusstlos war, erklärt das, warum wir bei den vielen Untersuchungen keine Lebenszeichen festgestellt haben“, sagte Tierarzt Vogelnest. Nach Angaben von Zoodirektor Cameron Kerr war Hildebrandt selbst völlig erstaunt über den Verlauf. „Er sagte, dass nach dieser Geburt die Bücher über Elefantengeburten neu geschrieben werden müssen“, meinte er.

Wenn alles gut geht, dürfte der noch namenlose Jungbulle bald mit dem dem acht Monate alten „Luk Chai“ herumtollen. Er war der erste Elefant, der je in Australien geboren wurde. Im Januar war im Zoo von Melbourne Elefantenkuh „Mali“ auf die Welt gekommen. (dpa)



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