Das EU-Parlament will die buchhalterischen Pflichten etwa von Bäckereien verringern. (Bild: dpa)
Das EU-Parlament will die buchhalterischen Pflichten etwa von Bäckereien verringern. (Bild: dpa)
BRÜSSEL. Handwerker und Kleinunternehmer können darauf hoffen, dass ihnen die EU eine aufwendige und teure Arbeit erspart, die nach Berechnungen der EU jeden Betrieb 1200 Euro jährlich kostet. Das EU-Parlament hat gestern dem Vorschlag von Europas Bürokratie-Bremser Edmund Stoiber zugestimmt, die buchhalterischen Pflichten von Bäckereien, Kfz-Werkstätten oder anderen Kleinbetrieben spürbar zu verringern. Profitieren sollen alle Unternehmen mit maximal zehn Beschäftigten und einem Umsatz von weniger als einer Million Euro oder einer Bilanzsumme von höchstens 500 000 Euro. Sie müssen, wenn der Vorschlag durchgeht und die jeweilige nationale Regierung einverstanden ist, keinen Jahresabschluss mehr aufstellen, sondern nur Einnahmen und Ausgaben festhalten.
Noch fehlt die Zustimmung des Ministerrats - und dort gibt es Vorbehalte aus Frankreich und Südeuropa. Allerdings bestehen gute Aussichten, dass sich die Befürworter durchsetzen. Wenn Banken und Sparkassen mitspielen, indem sie Kleinunternehmen Kredit gewähren, ohne auf einen Jahresabschluss zu bestehen, könnte die EU einen ersten wichtigen Erfolg beim Bürokratieabbau verzeichnen.