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Kölner Haie

Wenn ein Hai Angst hat ...

Von Martin Sauerborn, 10.03.10, 23:16h

Trotz der 3:4-Niederlage gegen den ERC Ingolstadt klettern die Kölner Haie auf den zehnten Tabellenplatz. Das mickrige Pünktchen wirkt vor dem ultimativen Duell mit Verfolger Krefeld eher wie ein Gnadenbrot.

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Für die Kölner Haie bleibt es eng. (Bild: dpa)
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Für die Kölner Haie bleibt es eng. (Bild: dpa)
KÖLN. Als das Spiel verloren war, verbreitete sich die gute Nachricht. Trotz der 3:4-Niederlage nach Verlängerung gegen den ERC Ingolstadt kletterten die Kölner Haie am Dienstag dank der patzenden Konkurrenz aus Krefeld und Iserlohn auf den zehnten Tabellenplatz in der Deutschen Eishockey Liga. Jenen zehnten Platz, der noch zur Teilnahme an den Vor-Playoffs berechtigt, die als letztes erreichbares Ziel für den achtmaligen Meister KEC übrig geblieben sind. Allein, die frohe Botschaft fand keinen Widerhall in den Befindlichkeiten der Protagonisten. Das mickrige Pünktchen gegen die Panther wirkte vor dem ultimativen Duell morgen mit Verfolger Krefeld (19.30 Uhr / Lanxess-Arena) eher wie ein Gnadenbrot.

Die Mimik von Bill Stewart jedenfalls sprach Bände und seine Worte nach der dritten Heimpleite in Folge geben wenig Anlass zur Hoffnung, dass die Kölner am 21. März zum Schluss der Hauptrunde immer noch Zehnter sein werden: „Wenn ein Boxer Angst hat, geht er in der ersten Runde K.o.“, stellte er seine Profis als Hasenfüße hin. 3:1 hatten die Haie nach 35 Minuten gegen Ingolstadt geführt und bis dahin ein ordentliches Spiel gezeigt. Den Sieg vor Augen versagten aber einmal mehr die Nerven. „Wir haben uns selbst geschlagen“, erkannte Verteidiger Andreas Renz, während Stewart seinem Team ein Zeugnis mentaler Schwäche ausstellte: „Der Geist geht, bevor der Körper versagt“, erklärte er den rapiden Leistungsabfall im Schlussdrittel, den Torwart Lars Weibel durch einen schrecklichen Fehler beim 3:3 von Michael Waginger (44.) befeuert hatte.

Stewart konnte es aber auch nicht lassen, seine Spieler zum wiederholten Mal zu warnen. „Ich muss als Manager denken und sehe bei jedem genau hin“, ließ er keinen Zweifel daran, dass es für viele der aktuellen KEC-Profis keine Zukunft in Köln geben wird. Stewart spricht seine Drohungen in schöner Regelmäßigkeit nach jeder Niederlage aus, und davon gab es in den jüngsten sechs Partien fünf. Von dem Spaß, den der Kanadier nach seinem Amtsantritt den Haien zurückgeben wollte, ist deshalb nichts übrig geblieben. Wie geprügelte Hunde bettelten die Kölner auch gegen Ingolstadt um die Gegentore.

Dabei dürfte sich Bill Stewart mittlerweile ruhig mal selbst hinterfragen. Nachdem er einen Zweijahresvertrag beim KEC unterschrieben hatte, regnete es Niederlagen. Immer seltener traten die Haie dabei als Einheit auf. Und die drei Neuverpflichtungen, die der Kanadier tätigte, fallen wohl unter die Rubrik „unnötige Geldverschwendung“. Jon Landry und Torwart Norm Maracle saßen gegen Ingolstadt als überzählige Ausländer auf der Tribüne. Der wie ein Fremdkörper wirkende Marc Chouinard hat nicht einmal den Status des Mitläufers erreicht.

Bleibt als gute Nachricht die Hoffnung auf Platz zehn. „Wir sind weiter im Rennen“, versuchte sich KEC-Geschäftsführer Thomas Eichin nach der Niederlage vor nur 6983 Zuschauern irgendwie zu trösten. So wirklich wird das wohl erst gelingen, wenn gegen Krefeld wieder mehr als 10 000 Fans die Arena-Tore passieren und ein Derby-Sieg herausspringt, der die Ausgangsposition der Haie vor den letzten drei Partien der Hauptrunde freundlicher aussehen lässt.



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