Von Ulrike Weinert, 12.03.10, 14:12h
Nun steht eine Neuauflage an. Philipp Wasmund, im Szene-93-Vorstand für Musikveranstaltungen zuständig, hat vor kurzem sieben Bands im Szene-Domizil Kleine Bühne an der Poststraße in Liblar zusammengetrommelt, um das CD-Projekt vorzustellen. Dafür hat Wasmund den Tontechniker Matthias Reznik aktiviert, der früher in dem Verein für Konzerte verantwortlich war und seit nunmehr 15 Jahren ein eigenes Tonstudio in Weilerswist betreibt.
Reznik wird die Bands, die sich nach der Zusammenkunft in der Kleinen Bühne für eine Mitwirkung an der CD entschieden haben, nacheinander ins Studio einladen. Einen vollen Tag Zeit will sich der Profi nehmen, um die bestmögliche Darbietung von je zwei Titeln der Bands aufzunehmen. Anfang Juli soll dieser vierte „Erftstadt-Sampler“ dann fertig sein und schließlich am ersten Tage der Erftstädter Kulturtage am Samstag, 11. September, in einem Konzert mit allen Beteiligten vorgestellt werden. Ein Ort für das Kulturtage-Konzert muss noch gefunden werden. Aber auf das grüne Licht vom Kulturamt kann sich Philipp Wasmund, an dem wohl die meiste Organisationsarbeit hängen wird, verlassen. „Das läuft so: Wir sagen denen nur noch, was wir vorhaben, und die finden es gut“, meint der 27-jährige Musikwissenschaftler selbstbewusst.
Selbstbewusstsein, das hat sich Wasmund längst angeeignet, wenn es um die Belebung der Kultur in seiner Heimatstadt geht. „Wir wollen zeigen, dass Kultur nicht von vornherein ein Zuschussgeschäft ist“, schickt er Antworten auf Fragen nach der Finanzierung der CD-Produktion voraus und fügt energisch hinzu: „Es ist durchaus möglich, durch Engagement Kunst und Kultur zu machen.“
Mit Verkauf von CD
die Kosten decken
Der Verein wird die CD, die in einer Auflage von 500 Stück herauskommt, vorfinanzieren, rechnet aber fest damit, dass der Verkauf die Kosten deckt. „Der kleine Markt gibt das her“, ist Philipp Wasmund überzeugt.
Kostendeckend Kultur zu produzieren, hat schon einmal geklappt, und zwar bei dem Buch „Gefühlt, gedacht, gesagt“ aus der Szene-93-Autorenwerkstatt. Die vier Buchhandlungen in Erftstadt erklärten sich bereit, das Buch mit zu verkaufen. Auf diese Unterstützer setzt Szene 93 auch für die CD. Bei der Präsentation soll auch der Dokumentarfilm gezeigt werden, den Max Keller von der Entstehung der Musikaufnahme drehen wird.
Zu den teilnehmenden Bands gehören „SPAM“ mit Country-Rock, die „Fahrstuhlkavaliere“ mit deutschsprachigem Spanish-Rock, „Relaxed Testicles“ mit Pop-Rock, „Trivia“ mit deutschsprachigem Pop, „Stereokult“ mit Indie, das Mädchen-Duo „Got Two Sisters“ mit Pop sowie die Komiker von „Freakheimrammler“. Ungern spricht Organisator Philipp Wasmund darüber, dass er selbst als Musiker bei „Stereokult“ mitwirken wird. „Da werde ich fast rot: Es geht vor allem darum, Nachwuchsbands aus Erftstadt ein Forum zu schaffen“, betont er.
An seiner Rolle als Ansprechpartner, bei dem die Fäden zusammenlaufen, hat Wasmund schon bei der Anmeldung keinen Zweifel gelassen. Vor allem hat er den Musikern den Präsentationstermin eingeschärft: „Wehe, ihr sagt, die Oma hat Geburtstag oder ihr müsst zum Tai-Chi-Training ...“
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