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Zwischen Tanga und Treppenlift

Von EVA JUNGGEBURTH, 12.03.10, 07:03h

Zum Weltfrauentag hat die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kerpen den Frauen der Stadt ein ganz besonderes Geschenk gemacht. Ursula Schlößer präsentierte im Soziokulturellen...

KERPEN-HORREM. Zum Weltfrauentag hat die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kerpen den Frauen der Stadt ein ganz besonderes Geschenk gemacht. Ursula Schlößer präsentierte im Soziokulturellen Zentrum in Horrem ein Kabarett der Extraklasse. Andrea Badey bespaßte die zahlreich erschienenen Frauen, aber auch einige wenige Männer mit ihrem Programm „Zwischen Tanga und Treppenlift oder: Die Welt gehört dir“. „Ich glaub, ich geh wieder“, war ein Mann über die Menge der Frauen erschrocken. „Ein Mann kommt aber noch“, beruhigte ihn seine Sitznachbarin.

Die Angst war völlig unbegründet, schlüpfte Badey doch selbst zu allererst in die Rolle eines Mannes. Mit Cowboyhut und Zigarre begrüßte sie ihr Publikum: „Ich bin Helmut Badey und ich bin gekommen, um Sie zu gewinnen.“ Die „wichtigste Frage des Abends“ klärte sie gleich zu Beginn: „Wie sehe ich eigentlich aus?“ „Super“, war sich das Publikum einig. Die zweitwichtigste Frage des Abends war: „Wann fängt das Älterwerden eigentlich an?“ Irgendwann habe doch jeder „einen Hals wie ein Truthahn“, oder, wie Badey liebevoll ihr Kinn taufte, ein „Gecko-Säckchen aus wildem Fleisch“. Man solle sich aber nicht lumpen lassen, auch mit Mitte 50 könne man noch viel machen im Leben: nach Australien auswandern oder ein Fitness-Studio eröffnen.

Unappetitlich wurde es, als Badey von ihrem ersten Kuss erzählte, auf einer „Fete“ in den 70ern in einer Disco in Oberhausen. „Ich lungerte in der hintersten Mädchenecke auf einem bierverseuchten Matratzenlager“, erinnerte sie sich, „ich war sowas von über. An mich traute sich keiner ran.“ Ihre Zahnspange habe die Größe einer Kettensäge gehabt. Zum Glück sei in der „Jungensecke“ auch einer „über“ gewesen: „Bert. Der ging mir bis zu den Knien, hatte lange, fettige Haare und Mundgeruch.“ Man dürfe in gewissen Phasen eben nicht wählerisch sein.

Bert trug ebenfalls eine Zahnspange, darum verhedderten sich die beiden „Kettensägen“ ineinander. Es sei das reinste Massaker gewesen, und sie habe eine Mandelentzündung davongetragen.

Die Frauen quietschten vor Vergnügen und rümpften manchmal die Nasen. Reichlich Applaus gab es auch für die Gesangseinlagen der stimmgewaltigen Kabarettistin.



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