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Sammeln mit tauben Fingern

Von THOMAS SCHUBERT, 12.03.10, 07:03h

Ein paar dicke Fäustlinge, ein schmuckes Stirnband und ein paar warme Gedanken für die notleidenden Kinder in Katastrophengebieten - das ist die Grundausstattung zum...

KERPEN-HORREM. Ein paar dicke Fäustlinge, ein schmuckes Stirnband und ein paar warme Gedanken für die notleidenden Kinder in Katastrophengebieten - das ist die Grundausstattung zum Antreten eines Hungermarsches.

Wer sich wie Laura Mauelshagen für die „große“ 20-Kilometer-Strecke Richtung Papsthügel entscheidet und dabei vier frostige Stunden tapfer voranschreiten will, der tut gut auch daran, für das leibliche Wohl zu sorgen. Was Laura denn mitnehme? „Etwas zu Essen, etwas zu Trinken, ein bisschen Süßes und jede Menge Spaß“, lacht die Zehntklässlerin.

In sechs Jahren an der Mädchenrealschule Mater Salvatoris ist ihr der Hungermarsch längst in Fleisch und Blut übergegangen. Und der klirrende Morgenfrost? „Der ist doch gar nicht so schlimm“, befindet die 16-Jährige mit Blick auf das kühle Regenwetter im vergangenen Jahr.

Damals galt der wohltätige Schulausflug noch der Förderung eines Projekts in Kenia, und Pater Ansorger, der vor Ort den Aufbau einer Schule vorangetrieben hat, ließ es sich nicht nehmen, den Mädchen vor dem neuerlichen Start für ihre Sponsorensuche und die abgegoltene Laufleistung zu danken. „Ihr seid toll, toll, toll“, lobte der Pater.

Kurz berief die Trillerpfeife von Direktor Rolf Fischer die bibbernde Kolonne zum Schultor, wo die Mädchen Banner schwenkend und fröhlich plaudernd in einem lang gestreckten Zug gereiht von dannen zogen.

Geld auch für

verunglückten Schüler

Jeden Kilometer vergüteten Familie, Freunde und Nachbarn mit Euros, die sich im fernen Haiti, dem Kongo, Bolivien und Osteuropa vielleicht als lebensrettend erweisen werden. Und auch das Schicksal des von einer Balkonbrüstung gestürzten Frechener Schülers Maurice Vossel hatte die Schule so sehr bewegt, dass sie ihn in die Spendensammlung einschloss.

„Das Geld wird ihn zwar nicht aus dem Rollstuhl holen, aber wir können es gut gebrauchen“, bedankte sich Vater Reimund vorab. So zählen nun auch der Wohnungsumbau und die Anschaffung eines Busses zu den Dingen, welche ohne die Entbehrung des Marsches nicht zu verwirklichen wären.



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