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„Keine freiwillige Leistung“

Von FRANK KLEMMER, 12.03.10, 07:03h

Um den Erhalt der von der Caritas betriebenen Jugendzentren will sich Kreiscaritasdirektor Arnold Biciste bemühen. „Ich werde das Gespräch mit der Stadt suchen“, erklärt...

BEDBURG. Um den Erhalt der von der Caritas betriebenen Jugendzentren will sich Kreiscaritasdirektor Arnold Biciste bemühen. „Ich werde das Gespräch mit der Stadt suchen“, erklärt Biciste. Vier der sechs Bedburger Jugendzentren befinden sich in der Trägerschaft der Caritas, die beiden übrigen in Kirdorf und Rath betreibt die katholische Kirche. Den Löwenanteil, zum Teil sogar bis zu 100 Prozent der Kosten, trägt aber die Stadt. „Zwei der Gebäude befinden sich in städtischem Eigentum, zwei überlässt uns die katholische Kirche mietfrei“, erklärt Biciste und widerspricht der Darstellung, die geplanten Einsparungen bezögen sich lediglich auf die Streichung von Mietzuschüssen. Fällt die Förderung der Stadt weg, droht das Aus. „Aus eigener Kraft können wir das nicht stemmen.“

Die Jugendzentren waren angesichts der angespannten Haushaltslage auf die Streichliste des Kämmerers geraten, der als Sparvorschlag die Kündigung aller Verträge mit Caritas und Kirche sowie die Stilllegung des Gebäudes in Kaster angeregt hatte. Ins Blickfeld gerieten die Jugendzentren vor allem deshalb, weil sie von der Stadt als freiwillige Leistung gewertet werden.

Wichtige Rolle bei

Freizeitgestaltung

Aufgrund der Haushaltslage wären die Ausgaben dafür spätestens dann in Gefahr, gestrichen zu werden, wenn nicht mehr die Bedburger Politik, sondern die Kommunalaufsicht im Rahmen eines Nothaushaltes Herr des Verfahrens ist. Ein von der Caritas in Auftrag gegebenes Gutachten sieht das jedoch anders. „Es unterstreicht unsere Ansicht, dass sich diese früher freiwillige Leistung zu einer Pflichtaufgabe verdichtet hat“, erklärt Biciste. Nach dieser Ansicht wären die Zuschüsse auch im Nothaushalt überhaupt nicht in Gefahr. Die Frage, räumt Biciste ein, sei aber noch umstritten.

Mit der Resonanz auf die eigenen Einrichtungen ist Biciste zufrieden. Die Zentren spielten eine wichtige Rolle für eine sinnvolle Freigestaltung der Jugendlichen. „Wer hier spart, muss mit höheren Ausgaben bei anderen Jugendhilfemaßnahmen wie Erziehungsberatung oder Familienhilfe rechnen“, warnt der Kreiscaritasdirektor. Dies solle die Stadt gerade mit Blick auf die geplante Übernahme des Jugendamtes vom Kreis im nächsten Jahr nicht außer Acht lassen.

Dem Hinweis aus Bedburg, stattdessen Schulsozialarbeit und mobile Jugendarbeit stärken zu wollen, kann Biciste nur zum Teil folgen. „Man muss beides tun“, stellt er klar. Tatsächlich bestehe wegen zunehmender Mobbingtendenzen mehr Bedarf an Schulsozialarbeit. Hier müsse aber eher mehr investiert werden, anstatt auf Kosten der Jugendzentren einzusparen. „Die Jugendarbeit eignet sich am wenigsten für Einsparungen.“



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