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Neues Projekt unterstützt junge Familien

Von EVA JUNGGEBURTH, 12.03.10, 07:03h

An wen soll sich eine alleinerziehende Mutter wenden, wenn sie sich überfordert fühlt? Wer hilft der türkischen Familie, die kaum Deutsch spricht, wenn sie wichtige Formulare...

BERGHEIM. An wen soll sich eine alleinerziehende Mutter wenden, wenn sie sich überfordert fühlt? Wer hilft der türkischen Familie, die kaum Deutsch spricht, wenn sie wichtige Formulare ausfüllen muss? Die Probleme der Menschen in Bergheim Süd-West sind vielfältig.

Bisher wandten sie sich an die Stadt Bergheim, vielleicht an Ärzte oder die Polizei. Ansprechpartner Nummer eins ist aber seit Januar 2010 das Team des Modellprojekts „PräFam“ der Arbeiterwohlfahrt Rhein-Erft und Euskirchen. „Ziel des Projekts ist es, junge Familien und Mütter des Stadtteils zu stärken und ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen“, erläutert die Sozialpädagogin, hauptamtliche Mitarbeiterin und Projektkoordinatorin Susanne Korreck.

Viele Frauen sind an dem Projekt beteiligt und dienen Hilfesuchenden als Ansprechpartnerinnen. Da wäre die Familienhebamme Claudia Nersinger-Breuer. Sie steht Frauen während der Schwangerschaft und nach der Geburt mit Rat und Tat zur Seite, bis das Kind ein Jahr alt ist. Korreck weiß: „Menschen mit Migrationshintergrund kennen den Beruf der Hebamme oft gar nicht.“ Daher seien viele Frauen vor und nach der Geburt auf sich allein gestellt. Jasmin Schmiedl ist Haus- und Familienhelferin. Ihr Schwerpunkt liegt auf der aktiven Unterstützung und Begleitung von Familien mit Kindern bis zu vier Jahren.

Erweitert wird die präventive Familienhilfe durch sieben Familienpatinnen aus sechs verschiedenen Kulturkreisen. Sie sind selbst Mütter und kennen den Stadtteil sehr gut. Sie helfen dabei, Sprachbarrieren zu überbrücken, motivieren Familien, sich zu öffnen, zeigen ihnen Angebote auf und begleiten sie bei Behördengängen.

Für ihre Tätigkeit haben sie an einer Qualifizierungsmaßnahme teilgenommen. Weitere Angebote sind in Planung, zum Beispiel Spielgruppen, Vorbereitungs- und Rückbildungskurse.

„PräFam“ ist ein Modellprojekt aus dem Landesprogramm Soziale Stadt NRW namens „Wir setzen Zeichen“. Klaus-Hermann Rössler, Beigeordneter der Stadt Bergheim: „Das Projekt wird mit 390 000 Euro unterstützt. Es liegt uns ganz besonders am Herzen.“

Bis „PräFam“ eigene Räumlichkeiten beziehen kann, nutzen die Mitarbeiterinnen die Räume des Integrationsbüros Bergheim Süd-West in der Otto-Hahn-Straße 23. Nähere Informationen gibt es dort montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr. Telefonisch zu erreichen ist das Team unter Ruf (0 22 71) 99 06 27. Alle Angebote sind kostenlos, und Gespräche werden vertrauensvoll behandelt, denn die Mitarbeiterinnen unterliegen der Schweigepflicht.



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