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Kunden suchten sicheren Hafen

Von DIETER KRANTZ, 12.03.10, 07:09h

Das Geschäftsjahr 2009 sei „das Jahr zwei der Finanz- und Wirtschaftskrise“, erklärte gestern Ralf Löbach, Vorstand der Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth. Einer Krise,...

MUCH. Das Geschäftsjahr 2009 sei „das Jahr zwei der Finanz- und Wirtschaftskrise“, erklärte gestern Ralf Löbach, Vorstand der Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth. Einer Krise, die „in den Hintergrund“ gerückt sei, doch immer noch Wirkung habe. Für die Raiffeisenbank war das Jahr 2009 eines, mit dem der Vorstand „sehr zufrieden“ ist. Bei 199,7 Millionen Euro lag, nach 181,2 Millionen Euro im Jahr 2008, das durchschnittliche Geschäftsvolumen im vergangenen Jahr. Der von den 58 Mitarbeitern in fünf Geschäftsstellen erwirtschaftete Jahresüberschuss stieg um 18 Prozent auf 720 000 Euro. Stimmt die Generalversammlung am 23. Juni zu, werden 600 000 Euro zur Stärkung des Eigenkapitals eingesetzt, der Rest als Dividende von 6,75 Prozent ausgeschüttet.

Die Unsicherheit auf den Finanzmärkten habe das Geschäft 2009 ebenso geprägt wie eine „moderate konjunkturelle Entwicklung“ - eine Unsicherheit, in der viele Kunden die Volks- und Raiffeisenbanken als „sicheren Hafen“ angesehen hätten: Die Zahl der Mitglieder stieg auf annähernd 4000, Neukunden wurden ebenso gewonnen wie die Mitarbeiter Rückkehrer begrüßen konnten. „Wenn es schwieriger wird, brauchen Sie eine Bank zum Anfassen“, sagte Vorstand Andre Schmeis. „Die Präsenz vor Ort ist unser Vorteil“. Zuwächse sind daher auch bei den Kundeneinlagen zu verzeichnen, die von 212,8 auf 224 Millionen Euro stiegen, wenn man die Anlagen bei Verbundpartnern berücksichtigt. In der Bilanz der Raiba allein stehen 153,6 Millionen.

Noch erfreulicher entwickelte sich das Kreditgeschäft: Die Wachstumsprognosen seien so deutlich übertroffen worden, dass die Bank zeitweilig personell an ihre Grenzen gestoßen sei, berichteten Löbach und Schmeis. „Kreditklemme gibt es bei uns nicht“, um 4,5 Prozent per Saldo nahmen die Ausleihungen zu. Wobei den Löwenanteil die gewerblichen Kunden in Anspruch nahmen, die fast allein den Zuwachs trugen. Gebaut werde derzeit kaum, wissen die Fachleute; lediglich für Projekte wie energetische Modernisierung sei auch von Privatkunden Geld aufgenommen worden.

Dass die Bilanzen der Mittelstandskunden für 2009 weniger positiv aussehen werden als die von 2008, ist den Bankern bewusst. Der harte Winter habe dem einen oder anderen Kunden überdies schwer zugesetzt. „Da hat jemand seit Dezember keine Ware ausgeliefert, weil er nicht an die Halle kommt“. Mit dem Finanzplan Mittelstand wollen die Berater nun „aktiv auf die Kunden zugehen“ und „im Schulterschluss“ durch diese Zeit kommen. Für die Privatkunden ging mit Jahresbeginn ein Instrument an den Start, auf das man in Much und Ruppichteroth besonders stolz ist: Der „Finanzroutenplaner“, von den eigenen Mitarbeitern entwickelt, der Kunden und Bankern helfen soll, Vorsorge, Geldanlage und Versicherungen gemeinsam anzupassen.



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