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Rotgefärbte Ölpfützen im Wald

Von THOMAS HEINEMANN, 12.03.10, 07:09h

Ist die Gefahr gebannt? Ist das ausgelaufene Heizöl im Naturschutzgebiet unter Kontrolle? Am Tag nach der Tankwagenhavarie wollten Experten der Unteren Wasserbehörde des...

LOHMAR. Ist die Gefahr gebannt? Ist das ausgelaufene Heizöl im Naturschutzgebiet unter Kontrolle? Am Tag nach der Tankwagenhavarie wollten Experten der Unteren Wasserbehörde des Rhein-Sieg-Kreises, Sachverständige der Versicherung des Heizölspediteurs und das Ordnungsamt der Stadt Lohmar diese Fragen klären.

Am Tag zuvor war auf der Röllberger Straße ein Tanklaster mit 12 000 Litern Heizöl auf der Steigungsstrecke nach Grimberg ins Rutschen geraten, neben die Straße gekippt und am Abhang Leck geschlagen (die Rundschau berichtete). Bis 22 Uhr hatten die Bemühungen von Feuerwehr und Spezialunternehmen angedauert, das Heizöl aufzufangen und den Tankwagen zu bergen. Am Abend dann das Ergebnis - ein Hoffnungsschimmer und Ernüchterung zugleich: Von 12 000 geladenen Litern Heizöl konnten 10 500 Liter aufgefangen oder abgepumpt werden. Rund 1500 Liter jedoch hatten sich nach ersten Schätzungen in den Waldboden ergossen. Durch den nassen Boden konnte sich das Öl binnen weniger Stunden auf 200 Metern durch Wald und Weide bis ans Naafbachufer ausbreiten. Die Nässe und die Bodenbeschaffenheit hätten den schnellen Abfluss befördert, erklärte Paul Delfs. Der Geologe von der Unteren Wasserbehörde machte sich ein Bild von der Lage.

Starker Ölgeruch in der Luft und kleine rotgefärbte Ölpfützen im Wald und an einem Wegesrand machten die Suche einfach. „Die Situation ist auf jeden Fall ernst“, betonte Delfs. Bekannte und oft zitierte Beispiele, dass ein Tropfen Öl bis zu 1000 Liter Wasser verunreinigen könnte, seien jedoch Laborwerte und ins Extreme gezogen. „Dass wir kleinere Mengen ausgelaufenen Kraftstoff nach Unfällen vorfinden, kommt öfter vor“, beschreibt Delfs seine Erfahrung, „doch in dieser Größenordnung hatten wir das noch nicht.“ Zwar sei der so genannte Einlauftrichter, also das Gebiet vom Unglücksort bis zum Austritt ins Wasser, sehr schmal, doch wisse man noch nicht, wie umfangreich die Sanierungsarbeiten im Waldboden werden könnten. „Damit werden wir sicherlich noch 14 Tage zu tun haben, eventuell auch länger. Wir wissen noch nicht, wie felsig der Boden ist. Dafür werden noch Bodenproben genommen werden müssen“, sagte Paul Delfs.

Ein Rösrather Spezialunternehmen ist derweil mit der Ölbeseitigung beauftragt. Mit sieben Ölsperren und schwimmenden Bindemittelklötzen wird versucht, das Heizöl aus dem Naafbach zu holen. Mit bislang mäßigem Erfolg: An den bisherigen Sperren verwirbelte die zügige Strömung das Wasser auf, so dass Öl bis in die Agger fortgetragen wurde. Am Donnerstagmittag wurde eine weitere Ölsperre unmittelbar an dem Ort aufgebaut, an dem das Öl aus der Wiese in den Bach sickerte. „Die Mengen, die hier herauskommen, sind aber gut zu handhaben“, erklärte einer der beiden Sachverständigen der Versicherung des Heizölspediteurs. Alle zwei Tage werde man nun die Sperren kontrollieren, das Öl bei Bedarf absaugen.

Ob der Unfall vermeidbar gewesen wäre, will derzeit keiner der Beteiligten mutmaßen. Kein Schild deute auf eine Anliegerstraße mit eingeschränktem Winterdienst hin. Ob eine Streupflicht bestand, ob überhaupt aufgrund eines nahen Wasserschutzgebietes Salz hätte gestreut werden dürfen, war auch am Donnerstag nicht zu klären. „Wenn man mit einem solchen Gefährt auf Eis rückwärts ins Rutschen kommt, dann kann man das nicht mehr halten, da besteht keine Chance“, war sich Lohmars Wehrleiter Klaus Boddenberg am Donnerstag sicher. Und auch der Sachverständige der Versicherung betonte: „Ist so ein Tankwagen erstmal in Schräglage, kippt er meist sofort ganz um.“ Am Donnerstagmittag mussten die Arbeiten mit einem großen Bagger im unwegsamen Gelände wieder eingestellt werden. Ein kleineres Gerät begann mit der Sanierung eines Straßengrabens, in dem sich Öl gesammelt hatte. Am Mittwoch wird ein Spezialfahrzeug die Arbeit im steilen Hang aufnehmen.



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