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Bildungsmesse didacta

„Brauchen beste Bildung für alle Kinder“

Von Martina Windrath, 11.03.10, 22:21h

Ab Dienstag findet in Köln die Bildungsmesse didacta statt. Besucher bekommen einen Einblick in multimediale Unterrichtswelten - aber auch Prävention von Gewalt und Missbrauch sind Themen. Kabarettist Jürgen Becker diskutiert auf einem Podium mit Schuldezernentin Klein.

Smartphones als Hilfsmittel im Unterricht, spannende Physikstunden am Beispiel Fußball, digitale Klassenzimmer und Experimentier-Paradiese, auch Symposien zur Gewalt im Netz und Prävention vor sexuellem Missbrauch an Schulen: Was es alles an Innovationen, Materialien und Konzepten auf dem Markt rund um Lehre und Lernen gibt, davon können sich die Besucher bei der Bildungsmesse didacta ab Dienstag ein Bild machen. Mit Kabarettist Jürgen Becker und Kölns Dezernentin Agnes Klein sowie Schulleitern wird zum Beispiel über die Zukunft der Hauptschule diskutiert. In anderen Runden debattieren Minister auf „Bildungsreise“ über Reformen.

Dafür liefert ihnen der renommierte Experte Professor Wassilos Fthenakis viel Stoff: Längeres gemeinsames Lernen, frühe individuelle Förderung und gleiche Bildungschancen für alle Kinder sind gefordert, betont der Präsident des didacta-Verbandes. Politiker müssten jedoch viel mehr tun und investieren, um gravierende Defizite im Bildungssystem endlich zu beheben, sagte Fthenakis gestern in Köln. Er fordert unter anderem eine Reform des bisher föderalen Systems mit 16 verschiedenen Bildungsplänen höchst unterschiedlicher Qualität: „Was wir brauchen, ist ein Plan, und zwar den besten, der für das ganze Land gilt.“

Zu wenig Geld für Bildung

Zwar wurde mehr für Bildung ausgegeben, aber gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) seien die Investitionen rückläufig: In Deutschland betragen die öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildung rund 4,8 Prozent des BIP, zum Beispiel in den USA oder Korea über sieben Prozent. „Konkret fehlt Geld für den Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren, für die es einen Rechtsanspruch ab 2013 gilt“, sagt der Forscher. 12 Milliarden werden alleine dafür veranschlagt. Der Deutsche Städtetag und Kommunen wie Köln warnen: Ohne weitere finanzielle Hilfe sei das nicht zu stemmen.

Auch der Vorsitzende des Schulbuchverleger-Verbands VdS Bildungsmedien klagt: und zwar über eine rückläufige Umsatzentwicklung in der Branche. Verantwortlich sei die Politik: „Bei Schulbuchausgaben der Eltern wurde gekürzt“, so Wilmar Diepgrond. „Staatliche Mehrausgaben zum Ausgleich blieben aber aus. Die Eltern zahlen weniger - und bekommen weniger für ihre Kinder.“ In NRW wurde 2008 der Elternanteil beim Lernmittelkauf von 49 Prozent auf ein Drittel gesenkt. „Den Ersatz sollten die Kommunen schaffen, die dies aber nicht tun.“



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