Von Martina Windrath, 11.03.10, 22:21h
Dafür liefert ihnen der renommierte Experte Professor Wassilos Fthenakis viel Stoff: Längeres gemeinsames Lernen, frühe individuelle Förderung und gleiche Bildungschancen für alle Kinder sind gefordert, betont der Präsident des didacta-Verbandes. Politiker müssten jedoch viel mehr tun und investieren, um gravierende Defizite im Bildungssystem endlich zu beheben, sagte Fthenakis gestern in Köln. Er fordert unter anderem eine Reform des bisher föderalen Systems mit 16 verschiedenen Bildungsplänen höchst unterschiedlicher Qualität: „Was wir brauchen, ist ein Plan, und zwar den besten, der für das ganze Land gilt.“
Zu wenig Geld für BildungZwar wurde mehr für Bildung ausgegeben, aber gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) seien die Investitionen rückläufig: In Deutschland betragen die öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildung rund 4,8 Prozent des BIP, zum Beispiel in den USA oder Korea über sieben Prozent. „Konkret fehlt Geld für den Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren, für die es einen Rechtsanspruch ab 2013 gilt“, sagt der Forscher. 12 Milliarden werden alleine dafür veranschlagt. Der Deutsche Städtetag und Kommunen wie Köln warnen: Ohne weitere finanzielle Hilfe sei das nicht zu stemmen.
Auch der Vorsitzende des Schulbuchverleger-Verbands VdS Bildungsmedien klagt: und zwar über eine rückläufige Umsatzentwicklung in der Branche. Verantwortlich sei die Politik: „Bei Schulbuchausgaben der Eltern wurde gekürzt“, so Wilmar Diepgrond. „Staatliche Mehrausgaben zum Ausgleich blieben aber aus. Die Eltern zahlen weniger - und bekommen weniger für ihre Kinder.“ In NRW wurde 2008 der Elternanteil beim Lernmittelkauf von 49 Prozent auf ein Drittel gesenkt. „Den Ersatz sollten die Kommunen schaffen, die dies aber nicht tun.“
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