Von Jan Wördenweber, 11.03.10, 22:21h
Nach Worten von Polizeidirektor Lutz Rohmer werden in den kommenden Tagen mehr als 200 besonders gewaltbereite und polizeibekannte Fans beider Lager Post bekommen: Darin wird ihnen mitgeteilt, dass sie am Spieltag das Gebiet rund um das Stadion, die Aachener Straße von Deutz bis Junkersdorf sowie Bereiche rund um den Hauptbahnhof nicht betreten dürfen. Von dem Aufenthalt- und Betretungsverboten werde nur eine Ausnahme gemacht, wenn die Adressaten nachweisen können, dass es ihre Pflicht ist, in den festgelegten Bereichen zu sein, zum Beispiel wenn dort ihre Arbeitsstelle liegt. Sollten diese Personen dieses Verbot umgehen, werden sie mit 500 Euro zur Kasse gebeten, so Dezernentin Miriam Brauns.
Neben dem bereits gültigen Glasverbot rund ums Stadion wird es erstmals auch ein Alkoholverbot außerhalb der Spielstätte geben: Dieses gilt laut Polizei sowohl in den Fan-Zügen in Richtung Stadion als auch auf der Aachener Straße. In den anliegenden Gaststätten hingegen ist der Ausschank weiterhin erlaubt. Im Stadion selbst bei so genannten Risikospielen gibt es schon seit Jahren nur alkoholfreies Kölsch.
Einige "Ultras" sorgen für ProblemeStanden früher „klassische Hooligans“ im Fokus, wie Rohmer sagt, sind es jetzt Ultras: Fans, die sich als die wahren Fußballfans verstehen und für Stimmung sorgen. Rohmer: „Viele von ihnen sind aber nicht bereit, Regeln zu akzeptieren, die sie selbst für nicht richtig halten.“ Die Polizei will die Gruppe jedoch nicht stigmatisieren: Nicht alle Ultras seien als „Problem-Fans“ anzusehen. Zur Kategorie B zählen Menschen, die bei einer sich bietenden Gelegenheit gewalttätig werden. Wer permanent auf Schlägereien mit Gleichgesinnten aus ist, wird als „C-Fan“ eingestuft, erklärt Rohmer. „Ein unbeteiligter Familienvater kann unbesorgt ins Stadion gehen, da er keiner der rivalisierenden Gruppen angehört. Sie wollen den Konflikt unter sich austragen.“ Angst und Panikmache vor dem Derby sei fehl am Platz. Worauf sich die Kölner nur einstellen müssen, werden Staus und Behinderungen im Straßenverkehr sein, sagt Brauns. Der Anreiseverkehr fällt mitten in die Rushhour.
Beim letzten Heimspiel spielten sich schockierende Szenen in Müngersdorf ab: Randalierer beider Lager gingen aufeinander los, voll besetzte Straßenbahnen wurden mit Steinen beworfen. 25 Chaoten wurden festgenommen, für 17 endete der Nachmittag im Polizeigewahrsam. Acht Polizisten wurden bei dem Einsatz verletzt. Dies soll sich kommenden Freitag nicht wiederholen.
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