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Brunnen in Baugrube

„Viele Unterlagen geprüft“

Von Manfred Reinnarth, 11.03.10, 22:01h, aktualisiert 18.03.10, 22:04h

Im Streit um die illegalen Brunnen in der Baugrube der Nord-Süd-Bahn am Waidmarkt hat sich Marlis Bredehorst gegen Vorwürfe aus der CDU verteidigt. Es gab laut der Umweltdezernentin keinen Anhaltspunkt, dass Brunnen unrechtmäßig betrieben wurden.

Baustelle
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Betonmischer stehen an der U-Bahn Baustelle Heumarkt Schlange. (Bild: dpa)
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Betonmischer stehen an der U-Bahn Baustelle Heumarkt Schlange. (Bild: dpa)
Umweltdezernentin Marlis Bredehorst (Grüne) weist die Kritik samt einer unterschwelligen Rücktrittsforderung aus der CDU-Ratsfraktion entschieden zurück. Es gebe keinen Dissens mit der Bezirksregierung über die Zuständigkeit bei der Überwachung der Brunnen beim U-Bahnbau. Die Wasserqualität und auch die Größenordnung der Entnahme von Grundwasser aus den Baugruben seien gemäß des Landeswassergesetzes überwacht worden. CDU-Fraktionschef Winrich Granitzka forderte vom OB eine Aufklärung und ein Messen mit dem gleichen Maß wie bei KVB-Vorstand Walter Reinarz, „dem bislang ebenfalls kein Verschulden nachzuweisen ist“. Sollte jedoch ein Verschulden festgestellt werden, müsse ein Rücktritt erfolgen.

OB Jürgen Roters will derzeit keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen. Wie in Erfahrung zu bringen war, hat Roters aber eine externe Überprüfung der Arbeit des Umweltamtes in Auftrag gegeben.

Mehr als 100 Genehmigungen hatte das Amt den U-Bahn-Bauern erteilt. Sachverständigenberichte seien ebenso ausgewertet worden wie Analyseergebnisse, führte Bredehorst an. Es sei Einsicht in die Brunnenbücher genommen worden sowie in abfallrechtliche Nachweise und Nachtarbeitsgenehmigungen.

Über 80 Prüfberichte

Vor dem Einsturz habe es mehr als 30 Überwachungsvorgänge beim U-Bahnbau gegeben. Die Dezernentin führt zu ihrer Entlastung auch die Überprüfung von Vereisungsanlagen an sowie die Prüfung von 80 Berichten - teils mit externen Gutachtern, wobei vier Berichte vom Waidmarkt gewesen seien. Von nur drei Begehungen ist die Rede. In einer dreiseitigen, eng beschriebenen Stellungnahme erwähnt Bredehorst ein um das andere Überwachungsdetail.

Einen Anhaltspunkt dafür, dass etliche illegale Brunnen betrieben wurden, gab es laut Bredehorst nicht. Und: „Zu keinem Zeitpunkt lagen Hinweise über konkrete geologische oder hydrologische Probleme vor.“ Außerdem betont die Dezernentin: „Es gibt keinen Hinweis auf unzulässige Einleitwerte in den Rhein.“ Sie meint Wassertrübungen. Messungen beträfen ausschließlich das abgepumpte Grundwasser und hätten nichts damit zu tun, dass beim Abpumpen von Wasser an der Sohle der Baugrube Sedimente in den Rhein befördert worden sein könnten. Damit deckt Bredehorst die Theorie der Baufirmen zur Erklärung einer Sandbank, die von Ermittlern unterhalb des Abflussrohrs aus der Baugrube am Waidmarkt gefunden worden war.



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