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Bülent B. gefasst

Unterweltkönig wieder in Haft

Von Jan Wördenweber, 11.03.10, 22:31h, aktualisiert 12.03.10, 12:02h

Dreieinhalb Jahre nach seiner Freilassung ist Kölns Ex-Unterweltkönig Bülent B. wieder in U-Haft. Er soll mit Komplizen große Mengen Marihuana und Anabolika importiert und weiterverkauft haben. Zudem laufen Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung.

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Bülent B. sitzt wieder in Untersuchungshaft. (Symbolbild: dpa)
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Bülent B. sitzt wieder in Untersuchungshaft. (Symbolbild: dpa)
KÖLN. Bülent B. kann es offenbar nicht lassen. Der ehemalige Chef der Kölner Tür- und Zuhälterszene sitzt wieder in Untersuchungshaft. Im Herbst 2006 war er nach einer mehrjährigen Haftstrafe freigekommen. Dem 39-Jährigen werden mehrere Delikte vorgeworden. Mit zwei weiteren Hauptverdächtigen soll er einen florierenden Schwarzmarkt mit Dopingmitteln im In- und Ausland betrieben haben. Wie Kölner Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten, kamen sie dem Trio im Zuge eines anderen Verfahrens auf die Spur: Bülent B. soll große Mengen illegaler Drogen nach Deutschland eingeführt haben. Von 30 bis 50 Kilo Marihuana ist die Rede. Zudem wird gegen ihn wegen räuberischer Erpressung ermittelt.

Nach Behördenangaben wurden elf Objekte in Köln, Düsseldorf und anderen Städten durchsucht. Etwa 20 Personen, von denen viele einen engen Kontakt zur Türsteher- und Rotlichtszene haben, sollen in den illegalen Arzneimittelhandel involviert sein. Wie zu erfahren war, ließ sich Bülent B. in seiner Wohnung widerstandslos festnehmen, außerdem sitzen zwei 27 und 37 Jahre alte Beschuldigte in Untersuchungshaft. Ein vierter Gesuchter stellte sich.

Der 27-Jährige soll sich als „größten Anabolikahändler Deutschlands“ bezeichnet haben. Er ist deswegen bereits in einem anderen Fall in Köln angeklagt. Bülent B. fungierte laut Polizei als Geldgeber und Organisator. Die Beschuldigten, die ihre Identität mit real existierenden Namen verbargen, sollen äußerst professionell vorgegangen sein: Firmen im In- und Ausland wurden gegründet und Dokumente gefälscht, so die Ermittler.

Elf Objekte durchsucht

Bei Herstellern und Großhändlern in Spanien sei eingekauft worden, vornehmlich das Dopingmittel Stanozolol. Davon wurden in Frankreich an Heiligabend 2009 fast 240 Kilo sichergestellt - laut Polizei einer der größten Dopingfunde in Frankreich seit Jahren.

Unter Beteiligung des Bundeskriminalamts wurde am 4. März eine weitere Lieferung gestoppt, die für Ungarn bestimmt war. Bei den 6.000 Packungen à drei Ampullen - rund 190 Kilo - handelt es sich nach Rundschau-Informationen um Winstrol, bekannt in der Bodybuilderszene. Ben Johnson dopte mit diesem Steroid 1988 und verlor seine Goldmedaille. Am Mittwoch fanden die Ermittler 1000 Einheiten eines für Indien bestimmten Potenzmittels.



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