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Westerwelles Reisen

Privat und Beruf zu sehr vermischt?

Von Markus Grabitz, 11.03.10, 22:42h, aktualisiert 11.03.10, 22:48h

Außenminister Guido Westerwelle wehrt sich gegen Vorwürfe wegen seiner Begleiter auf Auslandsreisen. Laut Berichten seien etwa Geschäftspartner seines Mannes Michael Mronz und Großspender der FDP mit Westerwelle gereist.

Westerwelle und Lebensgefährte Michael Mronz
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Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP, r) besucht gemeinsam mit seinem Lebensgefährten, Michael Mronz, das VW-Werk in Buenos Aires.
Westerwelle und Lebensgefährte Michael Mronz
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Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP, r) besucht gemeinsam mit seinem Lebensgefährten, Michael Mronz, das VW-Werk in Buenos Aires.
BERLIN. Vermischt der Außenminister bei Auslandsreisen zu sehr Privates und Berufliches miteinander? Gegen Vorwürfe insbesondere der SPD - die auf Berichte über Manager, die auf seinen Reisen dabei sind sowie Aktivitäten des mitreisenden Partners Michael Mronz verweisen- verteidigt sich Guido Westerwelle energisch.

„Da der Opposition die politischen Argumente ausgehen, versuchen sie es jetzt mit persönlichen Attacken gegen mich und meine Familie.“

Die jüngsten Vorhalte treffen den Außenminister und FDP-Chef auf seiner Südamerika-Tour in dieser Woche. So soll er bei früheren Reisen auch den Manager einer Firma dabei gehabt zu haben, an der sein Bruder Kai beteiligt ist.

In der Wirtschaftsdelegation, mit der Westerwelle Mitte Januar in Asien unterwegs gewesen war, befand sich auch der Unternehmer Ralf Marohn. Dieser ist nach den Angaben des Auswärtigen Amtes Chef der Firma Far Eastern Fernost - an der auch Westerwelles Bruder Kai beteiligt ist.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes nannte die Vorwürfe einer angeblichen Verquickung von privaten und dienstlichen Interessen „haltlos“: „Die Mitreise erfolgte allein auf der Grundlage der fachlichen Expertise.“ Marohn genieße als Asien-Experte einen „hervorragenden Ruf“, er habe schon den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) auf Touren in Asien begleitet. Dem widersprach Beck. Marohn sei „niemals Delegationsmitglied gewesen auf Reisen des Ministerpräsidenten“. Marohn beteuerte, er habe im Oktober 1999 als Leiter der Kontaktstelle der rheinland-pfälzischen Wirtschaft in China an Becks Ostasienreise „teilgenommen“. In einer von der Staatskanzlei vorgelegten Liste der Reisenden ist der Name Marohn aber nicht enthalten.

Großspender bei Reise dabei?

Zudem hieß es, Cornelius Boersch, ein Mitbesitzer von Far Eastern, sei wiederum Geschäftspartner von Westerwelles Lebensgefährte Michael Mronz. Boersch war im Januar ebenfalls zusammen mit dem Außenminister in Asien sowie bei Westerwelles Antrittsbesuch in Estland dabei, wie der „Spiegel“ berichtete. Dieser Meldung zufolge hat Boersch der FDP bislang über 160.000 Euro gespendet.

Bis kurz nach der Wahl sei Westerwelle ferner im Beirat eines Tochter-Unternehmens gewesen und habe dafür jährlich mindestens 7.000 Euro kassiert. 2009 übernahm eine der Schweizer Boersch-Firmen die Mehrheit an der Mainzer Technologiefirma Arygon AG. Zu deren Aktionären und Aufsichtsratsmitgliedern zählte 2009 der „Berliner Zeitung“ zufolge auch Westerwelles Lebensgefährte.

Im Auswärtigen Amt heißt es, bei der Auswahl der Delegationen werde ein seit Jahrzehnten gängiges Verfahren angewandt. Die Botschaft im Gastland und Wirtschaftsverbände würden eine Liste in Frage kommender Manager zusammenstellen.

Das Ministerium spreche dann die Kandidaten an und biete die heiß begehrten Plätze zur Mitreise an. Die Teilnehmer der Delegation, Wirtschaftsvertreter und Journalisten, hätten dann selbstverständlich die Kosten für Flüge und Hotels selbst zu tragen.

Minister reisten bisher solo

Also, alles so wie immer? Nicht ganz. Zum einen ist es bislang die Ausnahme gewesen, dass deutsche Regierungsmitglieder ihre Partner auf Auslandsreisen mitnehmen. Westerwelles liberale Vorgänger, Klaus Kinkel und Hans-Dietrich Genscher reisten dabei ebenso überwiegend solo wie der Grüne Joschka Fischer und der Sozialdemokrat Frank-Walter Steinmeier.

Selbst der deutsche Regierungschef nimmt seit 1998 äußerst selten seinen Partner mit, dies gilt für Gerhard Schröder wie auch für Angela Merkel. Nur bei einem förmlichen Staatsbesuch, wenn also der Bundespräsident, das Staatsoberhaupt, unterwegs ist, reise die Gattin mit. Westerwelle hat hier neue Sitten eingeführt, Mronz begleitete ihn bereits auf offiziellen Terminen in Italien, Spanien, China und Japan.

Neu ist zudem, dass mit Mronz ein Partner mitreist, bei dem berufliche Anknüpfungspunkte auf der Reise zumindest möglich sind. Mronz hat sich mit der Betreuung von Sportereignissen einen Namen gemacht. Mronz betonte: „Wann immer ich es zeitlich schaffe, möchte ich Herrn Westerwelle auf seinen Reisen begleiten, um mich für Kinder sozial zu engagieren.“ Mronz ist auch Vorstand der Aktion „Ein Herz für Kinder“. Und dass er auf eigene Kosten reise, verstehe sich von selbst.

Eine Vermischung mit seinen privaten Aktivitäten soll es auf der Reise nicht geben. Während das Programm Westerwelles in Brasilien heute im Zeichen des Sports steht - die Delegation führt Gespräche mit dem Vorbereitungskomitee der Olympischen Spiele, absolviert Mronz das „klassische Damen-Programm“.



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