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Riesenkrach bei Pulheimer Tafel

Von DIETER WOLF, 13.03.10, 07:03h

Schon länger hängt der Haussegen bei der Pulheimer Tafel schief. In dem gemeinnützigen Verein, der sich die Hilfe bedürftiger Menschen auf die Fahnen geschrieben hat, brodelt es...

PULHEIM. Schon länger hängt der Haussegen bei der Pulheimer Tafel schief. In dem gemeinnützigen Verein, der sich die Hilfe bedürftiger Menschen auf die Fahnen geschrieben hat, brodelt es gewaltig. Gegenseitige Schuldzuweisungen stehen im Raum. Klärung soll eine vorgezogene Mitgliederversammlung bringen, die für Montag, 22. März, in der Horionschule von Sinnersdorf angesetzt ist.

Neben den klassischen Tagesordnungspunkten stehen noch zwei brisante Punkte auf der Einladung: „Misstrauensantrag gegen den Vorstand“ und „ggf. Neuwahl des Vorstandes“. Mittlerweiler wurden Anwälte von beiden Seiten eingeschaltet. Dem amtierenden Vorsitzenden Jörg Kunert werden nach Informationen der Rundschau „Unregelmäßigkeiten“ bei der Abwicklung des täglichen Geschäftes und eine Reihe Eigenmächtigkeiten vorgeworfen. Vereinskassiererin Nicole Semeritsch und Kassenprüfer Siegbert Renner, CDU-Ratsmitglied, beanstanden die Arbeitsweise des Vorsitzenden.

Kunert seinerseits wirft der Kassierin unter anderem vor, angeblich „widerrechtlich Vereinsunterlagen an sich genommen zu haben“. Mit einer einstweiligen Verfügung erzwang Kunert die Herausgabe von Kassenunterlagen. Nun trifft man sich gar vor Gericht.

Am kommenden Montag soll nun vor dem Amtsgericht Bergheim die Entscheidung darüber fallen, ob die richterliche Verfügung, die der Vorsitzende der Pulheimer Tafel gegen die Vereinskassiererin erwirkt hat, gerechtfertigt war. Dabei geht es auch um Geld. Denn „wer unterliegt, trägt die Gerichts- und Anwaltkosten“, erklärt Semeritschs Anwalt Thomas Roth, er ist Ratsmitglied der Grünen.

Kunert möchte nun auch Strafanzeige gegen Vorstandsmitglieder erstatten, die er verdächtigt, die Einladung zur vorgezogenen Mitgliederversammlung an die Presse weitergegeben haben. „Nur ich als Vorsitzender bin berechtigt, eine Einladung zu verschicken“, glaubt er. Und weiter meint er: „Was hier geschehen ist, bedeutet Rufmord und ist Vereinsschädigung.“ Zudem vertritt Kunert im Gespräch mit der Rundschau die Ansicht, dass zur Mitgliederversammlung nur Mitglieder zugelassen sind: „Presse hat dort nichts zu suchen.“



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