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Notruf platzte mitten in die Feierstunde

Erstellt 13.03.10, 07:03h

Inmitten der Erläuterungen über die technischen Daten der neuen Drehleiter zog Stadtbrandmeister Ralf Conen ein piepsendes Meldegerät aus der Hosentasche. Nach kurzem Gespräch...

BERGHEIM. Inmitten der Erläuterungen über die technischen Daten der neuen Drehleiter zog Stadtbrandmeister Ralf Conen ein piepsendes Meldegerät aus der Hosentasche. Nach kurzem Gespräch per Mobiltelefon orderte er vom Rednermikrofon Fahrer und Drehleitermaschinisten aus der Menge der Feiernden zum Einsatz. Von einem Moment zum anderen verwandelte sich die beschauliche Feierstunde mit dem festlich geschmückten Einsatzfahrzeug im Mittelpunkt in einen Ernstfall.

Schnell war das grüne Dekoband vom Kühler der Maschine gewichen, die Türe im Feuerwehrgerätehaus an der Zeppelinstraße geöffnet und das Fahrzeug im Begriff auszurangieren, als Conen das schon halb ausgeparkte Fahrzeug doch noch zurück orderte. So schnell, wie es zum Ausfahren bereit war, stand jetzt die Drehleiter wieder, mit grünem Band geschmückt und vom Halogenstrahler am Boden beleuchtet, neben dem Rednerpult.

Die Meldung eines Zimmerbrandes in Ahe, der zunächst den Einsatz der Drehleiter erforderte, habe sich als Brand eines Müllhäuschens in der Nähe der Tiefgarage herausgestellt, die Zeremonie könne also weitergehen, erläuterte Conen: „Wo waren wir stehen geblieben?“

Conen erläuterte doch noch die Besonderheit der neuen Drehleiter vom Typ Metz DL 32 A, ausgestattet mit „solider Technik“, nämlich den mittels eines Gelenkarmes abknickbaren Korb. Im Unterschied zur alten Drehleiter, die nach 25 Jahren und 1000 Betriebsstunden noch als „rüstiger Pensionär“ woanders in Dienst gehen könne, sei es jetzt möglich, mit dem abknickbaren Korb auch Fenster und Zugänge zur Menschenrettung zu erreichen, die sich jenseits der Straßenseite hinter dem Dachfirst eines Hauses befinden.

Seit dem 25. November ist das 556 000 Euro teure Fahrzeug bereits im Gebrauch. Eine Drehleiter, die, als Vorführfahrzeug gekauft, die Stadtkasse etwa 100 000 Euro weniger gekostet habe als ein vergleichbares neues, freute sich Bürgermeisterin Maria Pfordt. Damit die Einsatzkräfte sich sicher mit dem Fahrzeug bewegten, absolvierten sie zurzeit ein Fahrsicherheitstraining mit „Hansi“, wie die Freiwillige Feuerwehr den Neuling taufte. Der ehemalige Löschzugführer Hans Schneider, in 30 Jahren auch als „Vater der Drehleiter“ bekannt geworden, habe hier Pate gestanden, sagte der Löschzugführer Marc Giesen.

Mit der Abwendung des plötzlichen Einsatzbefehls war dann auch die Bahn frei für Höhe-Probefahrten im Korb und eine symbolische Schlüsselübergabe vom Korb der alten Drehleiter in den Korb ihres Nachfolgers. (otr)



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